Sonntag, 31. Mai 2020

Bombe in Gmund erfolgreich entschärft

Die Bombe in Gmund, die zu den größten und schwersten je in Südtirol gefundenen Bomben zählt, ist am heutigen Sonntagmorgen erfolgreich entschärft worden.

Die Bombe in Gmund konnte erfolgreich entschärft werden und wird verladen. - Foto: © DLife
Kurz nach der Ertönung des Zivilschutzalarms um 9.34 Uhr haben Sprengstoffexperten um 9.39 Uhr mit der Entfernung des Zündmechanismus begonnen. Sturmpioniere des Kampfmittelräumdienstes der Alpini-Brigade Julia stiegen in die Grube und begannen mit der Zerstörung der Zünder des 2 Meter langen Sprengkörpers.

Einen Moment Bitte - das Video wird geladen



Um 10.18 war es dann soweit. Ein 15 Sekunden andauernder Sirenenton vermeldete das Ende der Entschärfungsarbeit. Ab diesem Zeitpunkt konnten die Verkehrswege wieder geöffnet werden. Die Fliegerbombe wird nun unter Begleitschutz nach Salurn gebracht und auf dem Gelände der Kaserne „Paolo Caccia Dominioni“ entleert.


Die Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg ist Mitte März bei Grabungsarbeiten für einen Wassertank in der Örtlichkeit Gmund in Pfatten gefunden worden. Die Bombe zählt mit ihren 996 Kilogramm zu den größten und schwersten Bomben, die je in Südtirol gefunden wurden.


Gemeinsame Leitstelle mit allen Entscheidungsträgern


Um 8 Uhr begann die Arbeit der gemeinsamen Leitstelle in der Gerätehalle der Freiwilligen Feuerwehr Auer. Unter dem Vorsitz der Stellvertreterin des Regierungskommissärs tagten an die 30 Entscheidungsträger.

Anwesend waren Vertreter des Kommandos der Alpini-Truppen und des Zweiten Regiments der Sturmpioniere Trient sowie je ein Vertreter der Agentur für Bevölkerungsschutz und der Berufsfeuerwehr, der Quästur, der Verkehrspolizei, der Bahnpolizei, der Carabinieri und der Finanzwache, des Landesstraßendienstes, der Brennerautobahn, der Trenitalia und der Rete Ferroviaria Italiana RFI, des Energieversorgungsunternehmens Terna und des Netzbetreibers Edyna, des Roten Kreuzes und der Landesnotrufzentrale, des Personennahverkehrs SAD und SASA, von Snam Rete Gas und Südtirol Gas, der Mobilfunkbetreiber sowie die Bürgermeister von Auer und Pfatten und die Bürgermeisterin von Kaltern.



Über die Landesverkehrsmeldezentrale wurde die Bevölkerung über Hörfunksender und Internet über den Beginn der Arbeiten zur Entschärfung der Fliegerbombe informiert.

Im Einsatz waren 11 Feuerwehrleute der Freiwilligen Feuerwehr Pfatten, 30 Feuerwehrleute der Freiwilligen Feuerwehr Auer und 2 der Feuerwehr St. Josef am See und der Bezirksfeuerwehrinspektor des Bezirksfeuerwehrverbandes Unterland, außerdem 30 Angehörige des Heeres, 10 Carabinieri, 14 Angehörige der Staatspolizei und 12 der Straßenpolizei.

Evakuierung verlief reibungslos

Zuvor mussten rund 1200 Menschen aus der roten Zone evakuiert werden. Betroffen waren Bürger der Gemeinde Auer, Pfatten und Kaltern. Nahezu alle Bürger der roten Zone organisierten sich ihre Evakuierung selbst und nahmen die zur Verfügung gestellten Notunterkünfte nicht in Anspruch.

Die Brennerautobahn, die Eisenbahn und 2 Landesstraßen wurden gesperrt

Die von Norden kommenden Fahrzeuge mussten die Autobahn bei der Ausfahrt Bozen-Süd verlassen, jene von Süden kommenden bei der Ausfahrt Neumarkt. Die Raststätten Laimburg Ost und Laimburg West wurden bereits von Samstag um 22 Uhr bis Sonntag um 10.30 Uhr geschlossen. Die Brennerstraße befindet sich nicht in der roten Zone. Zudem gibt es Unterbrechungen im Bus- und Bahnverkehr. Im Umkreis von 250 Metern von der Bomben-Fundstelle wird der Strom 2 Stunden abgeschaltet.

Auch der Zugverkehr wurde während der Entschärfung von 9 Uhr bis 11 Uhr in beiden Fahrtrichtungen eingestellt. Zudem werden Gemeindestraßen und Wanderwege sowie der Radweg im Sperrbereich, von 9.30 Uhr bis 10.30 Uhr, geschlossen.

jno/lpa

Schlagwörter: