Donnerstag, 11. August 2016

Bombenserie in Thailand tötet mindestens 4 Menschen

Bei einer Serie von Bombenexplosionen sind in Thailand mindestens 4 Menschen getötet worden. Die Behörden sprachen am Freitag von acht Bomben, die binnen weniger Stunden an verschiedenen Orten des Königreichs explodiert seien. 4 davon detonierten demnach in dem Touristenort Hua Hin, 2 weitere auf der Urlaubsinsel Phuket. Die Armee geht von einer koordinierten Angriffsserie aus. Verletzt wurden u.a. zwei Italiener und eine Österreicherin.

Spurensicherung nach einer der Explosionen im thailändischen Touristenort Hua Hin.
Spurensicherung nach einer der Explosionen im thailändischen Touristenort Hua Hin. - Foto: © APA/AFP

Im Touristenort Hua Hin waren zunächst am Donnerstagabend in einem Ausgehviertel zwei Bomben explodiert. Dabei war nach Polizeiangaben eine Thailänderin getötet worden. 22 Menschen wurden verletzt, wie eine Sprecherin sagte. Unter den Verletzten seien zwei Niederländerinnen und fünf weitere Ausländer. Die „Bangkok Post“ berichtete von 19 Verletzten, darunter zwei britische Staatsbürger.

Freitagfrüh gingen dann in Hua Hin – rund 200 Kilometer südlich der Hauptstadt Bangkok – zwei weitere Sprengsätze nahe des Uhrenturms in die Luft, wobei nach Behördenangaben ein weiterer Mensch getötet wurde. Auch von der Urlauberinsel Phuket wurden in der Früh zwei Bombenexplosionen gemeldet. Nach Aussagen der Polizei ist dabei eine Person verletzt worden.

Mehrere hundert Kilometer von Hua Hin entfernt explodierte im Süden von Thailand eine weitere Bombe. Die Explosion habe eine städtische Angestellte getötet, teilte der Gouverneur der Provinz Surat Thani, Wongsiri Promchana, mit. Der Sprengsatz sei in einem Blumenbeet vor dem Revier der Küstenpolizei in die Luft gegangen. Er vermute einen Zusammenhang mit den Explosionen im weiter nördlich gelegenen Touristenort Hua Hin, sagte der Gouverneur.

Bei der Detonation auf Phuket, zu der es in der Nähe des ebenfalls bei Urlaubern beliebten Badestrands Patong kam, wurde nach Polizeiangaben ein Taxifahrer verletzt. Zuvor war bereits am Donnerstag in der südthailändischen Provinz Trang eine Bombe explodiert, wobei ein Mensch getötet worden war.

„Die Bombenattentate tragen dieselbe Handschrift“, sagte Armeegeneral Danai Kritmethavee vor Journalisten. „Wir gehen zurzeit davon aus, dass es sich um eine koordinierte Attacke handelt.“ Es sei aber noch zu früh, um sich zu möglichen Motiven zu äußern.

Es gibt in Thailand immer wieder kleinere Bombenanschläge, doch richten sie sich meist nicht gegen Touristen. In Hua Hin liegt ein Palast, der über Jahre von Thailands König Bhumibol Adulyadej benutzt wurde. Die Anschläge erfolgten einen Tag vor einem Feiertag zu Ehren des Geburtstags von Königin Sirikit und wenige Tage nach einem umstrittenen Referendum über eine von der regierenden Militärjunta ausgearbeitete Verfassung.

Die Militärjunta, die 2014 nach einer Phase blutiger Unruhen die Macht ergriffen hatte, hält sich selbst zu Gute, das Königreich wieder zu Stabilität und Ordnung geführt zu haben. Allerdings ist es auch dem Militär nicht gelungen, den seit Jahren im äußersten Süden des Landes schwelenden Aufstand muslimischer Rebellen in den Griff zu bekommen. In dem Konflikt wurden bereits mehr als 6.500 Menschen getötet.

apa/afp/dpa

stol