Doch die heimischen Freibäder haben ein Problem: Sie suchen hängeringend nach Bademeistern.<BR /><BR />„Ich bin seit zehn Jahren hier in <b>Bozen</b> und ich kann mich nicht an ein Wochenende im Mai mit einem solchen Zustrom und vor allem mit solchen Temperaturen erinnern“, berichtet der Direktor des Lido, <b>Alessandro Furegon</b>.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1316814_image" /></div> <BR /><BR />Auch <b>Franz Berretta</b>, Generaldirektor der Stadtwerke <b>Brixen</b>, die die Acquarena führen, ist mehr als zufrieden: „Das war eines der erfolgreichsten Wochenenden im Mai. So ein Mai-Wochenende hatten wir in den vergangenen zehn Jahren nicht oft. Wir haben das Freibad am Samstag geöffnet – das Hallenbad war schon vorher offen. Bereits jetzt haben wir in der Acquarena die gleich hohe Besucheranzahl wie im gesamten Mai 2025 erreicht.“ <BR /><BR />Die Tore noch geschlossen hatte am Wochenende das Schwimmbad in <b>Klausen</b> – dort beginnt die Saison am kommenden Samstag. Betreiber Klaus Mitterrutzner hätte das Schwimmbad lieber eine Woche früher geöffnet. „Aber dafür bräuchte ich von Ende Mai bis Anfang September qualifiziertes Personal – für Kiosk bzw. Bar und Bademeister. Alle Schwimmbäder tun sich schwer damit, Bademeister zu finden“, berichtet Mitterrutzner. Bademeister von außerhalb der Provinz wären sehr wohl bereit, in Südtirol zu arbeiten – „aber man findet keine Wohnungen für sie – niemand vermietet eine Wohnung nur für drei Monate im Sommer“, sagt Mitterrutzner. <h3> Noch vor einer Woche den Ofen benötigt, jetzt 35 Grad</h3>„So weit wir uns erinnern, hat es noch nie ein solches Wochenende im Mai gegeben“, berichtet Verena Steinegger, Direktorin des Schwimmbades in <b>Neumarkt</b>. Am Pfingstmontag seien etwa 1.500 Badegäste gekommen, am Pfingstsonntag noch immerhin 1.200 und am Samstag 1.000. Bereits am Freitag sei schon einiges los gewesen. Auch die neuen Rutschbahnen hätten viele Besucher angezogen. „Vor einer Woche, als wir hier die ersten Abos verkauft haben, sind wir hier mit der Winterjoppe gesessen und haben den Ofen eingeschaltet. Ein paar Tage später wurden hier dann 35 Grad gemessen“, erzählt Steinegger. Für das Schwimmbad in Neumarkt war der gute Start heuer eine besondere Genugtuung: 2024 musste die Saison vorzeitig beendet werden – wegen eines Chlorgas-Unfalles. Und in der vergangenen Saison konnte man wegen des Unfalles erst verspätet am 28. Juni öffnen – gerade dann ist zu allem Pech noch eine Schlechtwetterperiode dazugekommen.<h3> Bozner Lido sucht nach Bademeistern ab Juli</h3>Südtirols Schwimmbad-Betreiber suchen auch heuer wieder nach Bademeistern – auch außerhalb der Provinz: „Heuer ist es noch schwieriger als in früheren Jahren“, erzählt Bozens Lido-Direktor Furegon. „Wir haben seit Februar Bademeister gesucht. Man findet keine. Bei uns kommt das Wohnungsproblem dazu: Wir tun uns schwer, Wohnungen für sie zu finden – bei uns ist alles sehr teuer.“ Ein Bademeister aus Sardinien hätte nach Bozen kommen sollen, ein weiterer aus Potenza – beide hätten es sich dann aber anders überlegt. Zurzeit habe man im Bozner Lido eine ausreichende Zahl an Bademeistern – im Juli müssen dann aber weitere angestellt werden. Über Anzeigen, die sozialen Netzwerke und Mundwerbung begebe man sich auf Suche. <h3> Jugendgruppen und Eltern erschweren den Job</h3>Igor Lusetti, VSS-Referent fürs Schwimmen, weist darauf hin, dass man als Bademeister relativ viele Stunden arbeitet „und dabei eine Riesen-Verantwortung hat“. Im ersten Jahr sei das nicht jedem Bademeister in vollem Ausmaß bewusst – danach machen dann nicht mehr alle weiter. Weiters würde so mancher Schwimmbad-Betreiber „bei den Bademeistern sparen“. Dabei sei dieser Job sehr anstrengend. „Man muss immer sehr aufmerksam sein und alles im Blick haben, was im Becken passiert“, gibt Lusetti zu bedenken. Und dann gebe es Jugendgruppen, die sich immer wieder nicht an die Regeln halten – das mache die Arbeit des Bademeisters schwierig. <BR />Ein weiteres Problem sind vor allem in den größeren Städten manche Eltern, berichten Bademeister: Diese sehen den Bademeister fast wie einen Babysitter. Sie schicken ihre Kinder, die nicht gut schwimmen können, ins Becken und entfernen sich – obwohl sie die Aufsichtspflicht hätten. Das ist für einen Bademeister dann sehr anstrengend, erklärt der VSS-Referent.