Montag, 18. April 2016

Bootsunglück im Mittelmeer: Hunderte Tote befürchtet

Die Flucht nach Europa über das Mittelmeer ist gefährlich. Immer wieder kommen Migranten auf teils seeuntauglichen, überfüllten Booten um. Bei einer neuen Tragödie könnten hunderte Menschen ertrunken sein.

Wie viele Tote und Überlebend gibt es wirklich?
Wie viele Tote und Überlebend gibt es wirklich?

Bei einer erneuten Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer sind möglicherweise hunderte Menschen ums Leben gekommen. „Es ist sicher, dass wir es genau ein Jahr nach der Tragödie in libyschen Gewässern wieder mit einer Tragödie zu tun haben“, sagte Italiens Außenminister Paolo Gentiloni am Montag am Rande eines EU-Ministertreffens in Luxemburg.

Der somalische Regierungssprecher Abdisalan Aato sagte der Deutschen Presse-Agentur in der Hauptstadt Mogadischu, auf den verunglückten Booten seien rund 500 Migranten gewesen. „Unseren Informationen zufolge sind viele Somalis in dieser Tragödie ums Leben gekommen.“

Auch der somalische Staatspräsident Hassan Sheik Mohamud erklärte, viele der Menschen an Bord seien nach Berichten bei dem Unglück umgekommen. Italiens Präsident Sergio Mattarella sprach in Rom von einer „weiteren Tragödie im Mittelmeer“, nannte aber keine Details.
Wo exakt sich die Katastrophe ereignet haben soll und ob ein oder mehrere Boote betroffen waren, blieb allerdings zunächst ebenso unklar wie die genaue Zahl der Opfer. Auch zu den Umständen des Unglücks gab es keine präzisen Angaben.

Die verunglückten Menschen waren nach Angaben des italienischen Außenministers in Ägypten aufgebrochen. Somalische Behörden erklärten, der Funkkontakt sei einen Tag nach dem Verlassen Ägyptens abgebrochen.

Zahlreiche Behörden versuchten am Montag, mehr Informationen zu dem Vorfall zusammenzutragen. Allerdings konnten weder das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR noch die Internationale Organisation für Migration (IOM) oder die italienische Küstenwache den Schiffbruch bestätigen.

Der arabische Dienst des britischen Senders BBC hatte zuvor unter Berufung auf nicht näher genannte ägyptische Berichte gemeldet, bei der Katastrophe seien mehr als 400 Flüchtlinge ertrunken, die meisten von ihnen Somalier. Insgesamt seien vier Boote im Mittelmeer gesunken. Die somalische Botschaft in Kairo konnte die Nachricht auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur zunächst nicht bestätigen.

dpa

stol