„Heuer kommt viel neue Fläche dazu, mehr als 2022, der Befall ist heuer stärker“, berichtet Günther Pörnbacher, Amtsdirektor des Forstinspektorats Welsberg. In Gebieten, wo es vorher noch „christlich“ ausgesehen habe, sei es zurzeit ziemlich schlimm – so etwa in Vierschach, Winnebach, Toblach, Olang und Prags. „Hotspot war bei uns Rasen-Antholz auf der Sonnenseite, dort hat es sich etwas abgeschwächt. Der Befall setzt sich zwar fort, aber nicht in dem Ausmaß wie 2022“, erzählt Pörnbacher. Die erste Flugphase des Borkenkäfers habe heuer 14 Tage bis fast 3 Wochen später begonnen, „dann ging es massiv los“. Der Buchdrucker habe „wie ein Formel-1-Bolide in den Startlöchern gewartet“ und sei dann losgestartet. Heuer habe man die Hoffnung gehabt, dass der Käfer aufgrund des nassen Jahres viele Verluste hinnehmen müsste. Aber in den warmen Wochen sei es dann zu einer explosionsartigen Ausbreitung gekommen. Nun hoffe man, dass sich wenigstens die zweite Geschwisterbrut nicht voll ausbreiten werde und diese im Winter Probleme bekomme, sagt Pörnbacher. 2022 seien im Oberpustertal 2 Generationen von Borkenkäfern und 2 Geschwisterbruten festgestellt worden, welche sich voll entwickeln konnten. Von Geschwisterbrut spricht man dann, wenn die Elterntiere die erste Brut verlassen und an einem neuen Ort eine zweite Brut anlegen. <BR /><BR />Laut dem Abteilungsdirektor für Forstwirtschaft, Günther Unterthiner, waren 2021 rund 700 Hektar Waldfläche in Südtirol vom Borkenkäfer befallen worden, 2022 kamen dann weitere 5300 Hektar hinzu, sodass es am Ende des Jahres 2022 rund 6000 Hektar waren. Heuer gehe die Entwicklung in eine ähnliche Richtung wie 2022. Die derzeitigen Ergebnisse aus den Pheromonfallen würden einen ähnlich starken bis leicht höheren Befall im Verhältnis zum gleichen Zeitraum 2022 zeigen. Heuer habe der Wald aber einen Vorteil gegenüber 2022: Es gebe keine Wasserknappheit. Die Trockenheit habe die Fichte 2022 geschwächt, sodass sie weniger resistent gewesen sei. Heuer seien die Bäume vitaler. <BR /><BR />Im Bundesland Tirol wird der Einsatz von Pestiziden nicht mehr ausgeschlossen. Diese seien die letzte Wahl: Dort, wo eine Entrindung nicht möglich sei, könnten im Einzelfall Spritzmittel eingesetzt werden, meinte der Nordtiroler Landesforstdirektor Josef Fuchs laut Medienberichten. „Für uns sind Insektizide derzeit keine Option“, betont hingegen Unterthiner. Zum einen brauche man dafür eine Sondergenehmigung vom Staat. Zum anderen wäre es sehr schwierig, damit Erfolge zu erzielen, denn wenn, dann könnte man den Borkenkäfer nur beim Austritt von einem Baum zum nächsten damit bekämpfen. Auch Giftnetze hätten sich nicht bewährt. Landesrat Schuler gibt zu bedenken, dass man damit auch andere Insekten treffen würde.<BR /><BR /> <a href="https://www.stol.it/suche/Borkenk%C3%A4fer" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Hier finden Sie mehr zum Thema.</a><BR /><BR />