„Leider haben wir schon einen starken Befall, aber dessen Auswirkungen werden wir erst in einigen Wochen richtig wahrnehmen“, sagt Unterthiner. <BR /><BR />Neben dem Hauptverbreitungsgebiet – dem Pustertal und Gadertal – vermehre sich der Forstschädling auch im Wipptal und im Eisacktal. Das Wetter ist dem Borkenkäfer heuer sehr entgegen gekommen. Der gesamte Mai war warm und dann folgte die erste Schwärmphase. Nun hängt viel davon ab, wie viele weitere Brutgänge folgen werden. Derzeit ist zu befürchten, dass heuer womöglich 3 Generationen des Käfers Südtirols Nadelbäume befallen werden. Dies würde eine exponentielle Vermehrung des Schädlings bedeuten – mit schwer wiegenden Auswirkungen auf den Fichtenbestand.<BR /><BR />Unterthiner betont: Der Einsatz von Pestiziden komme derzeit nicht in Frage, um die Ausbreitung einzudämmen. Um dem Borkenkäfer-Problem vorzubeugen, wurden gesunde Bäume (Fangbäume bzw. Lockbäume) gefällt – in Abstimmung mit den Grundeigentümern. Diese Bäume wurden entrindet, als sich die Käfer im Larvenstadium befanden – dadurch gingen die Larven zugrunde. Laut Landesrat Arnold Schuler helfen solche Entrindungen zwar, um das Problem etwas abzumildern, aber der Erfolg solcher Maßnahmen sei beschränkt. <BR /><BR /> Schuler ruft die Waldbesitzer dazu auf, die Borkenkäfer-Verbreitung genau im Auge zu behalten, und wenn Befall entdeckt werde, die Forstbehörde darüber zu informieren, um mit dieser eventuelle Maßnahmen abzustimmen. Es gelte auch, möglicherweise kontraproduktive Vorgangsweisen zu vermeiden. Eine endgültige Bewertung über den Borkenkäferbefall könne man erst im Herbst machen, meint Schuler.<BR /><BR />Der Landesrat betont auch: Den enormen Wertverlust könne und dürfe man den Waldbesitzern nicht ausgleichen, weil es den EU-Bestimmungen widersprechen würde. Allein im oberen Pustertal seien 2021 rund 70.000 Kubikmeter Holz betroffen gewesen. Der Wertverlust liege für die Waldbesitzer bei etwa 3,5 bis 4 Millionen Euro. Ein weiteres Problem sei, dass wegen des Borkenkäfer-Befalls wichtiger Schutzwald bzw. Objekt-Schutzwald verloren gehe. Womöglich müssen dann Schutzbauten errichtet werden.<BR /><BR /><BR />