Nur kurz zuvor war eine der größten Verbrecherjagden in der US-Geschichte zu Ende gegangen.Der 19 Jahre alte Verdächtige des Terroranschlags auf den Boston-Marathon wurde schwer verletzt festgenommen, sein 26-jähriger Bruder erschossen.In Boston gingen jubelnde Menschen auf die Straße. „Wir lassen uns nicht terrorisieren“, rief Obama den Amerikanern aus dem Weißen Haus zu.„Wichtiges Kapitel ist geschlossen“ „Wir haben ein wichtiges Kapitel in dieser Tragödie geschlossen“, sagte Obama. Obama weiß: Der Terroranschlag war eine der schwersten Herausforderungen seiner Amtszeit – und sie hätte ganz anders enden können. Die rasche Festnahme des zweiten Terrorverdächtigen war nichts anderes als reiner Zufall.Fahndungspannen bereiten bitteren BeigeschmackNicht nur Obama, auch das FBI und die Medien decken gnädig einen Mantel des Schweigens über die Fahndungspanne. Denn das Grundstück, auf dem der 19-Jährige am Freitagabend schließlich umzingelt und nach einem Feuerwechsel gefasst wurde, waren bereits zuvor durchsucht worden – ohne Ergebnis.Die Polizei hatte praktisch im gesamten Großraum Boston den Ausnahmezustand verhängt: Es herrschte Ausgangssperre, der Verkehr war lahmgelegt. Doch erst ein Hausbesitzer, der in seinem Garten Blutspuren entdeckte, setzte die Polizei auf die richtige Spur.Irritierend ist nicht nur die Tatsache, dass die Justizbehörden dem älteren Bruder Tamerlan bereits 2011 auf der Spur waren.Eine nicht genannte ausländische Regierung habe damals um Überprüfung des Mannes gebeten.Doch das FBI sei zu keinen Erkenntnissen gekommen. Dabei heißt es jetzt, der heute 26-Jährige habe sich seinerzeit radikalisiert, sei zum islamistischen Eiferer geworden.Obama im Glück?Tatsächlich hatte der Präsident erst vor Tagen eine Mega-Schlappe erlitten, die seine gesamte zweite Amtszeit überschatten dürfte.Die Niederlage in Sachen Waffenkontrollen war eine Warnung, dass die Kräfte, die gegen ihn mobilisieren, präsent und stark sind. Vor allem: Nicht einmal seine eigene Mehrheit der demokratischen Senatoren stand hinter ihm.Was bleibt Obama jetzt noch zu tun? Er selbst hatte das Thema Waffen zur Chefsache gemacht.Die Terroristenjagd bot Obama kurzzeitig Gelegenheit, sich als erfolgreicher Krisenmanager zu präsentieren.Doch die Erfahrung zeigt: Solche Erfolge halten nicht lange an. Selbst der Tod von Terroristenführer Osama bin Laden vor zwei Jahren brachte dem US-Präsidenten nur ein ganz kurzes Hoch ein.Der Erfolg war schnell vergessen.dpa