Mittwoch, 10. Februar 2021

Bozen: 2 Gedenkfeiern am Tag der Erinnerung

Am Tag der Erinnerung fanden in Bozen 2 Gedenkfeiern abgehalten: Bürgermeister Caramaschi legte Kränze und Blumen an den Gedenkstätten für Norma Cossetto und für die Flüchtlinge aus Istrien, Dalmatien und Julisch-Venetien nieder.

„Bei dieser Gedenkfeier erinnern wir an die Menschen, die zwischen 1943 und 1947 aus ihrer Heimat Istrien, Dalmatien und Julisch-Venetien vertrieben wurden und die sich hier in Bozen niedergelassen haben“, sagte Bürgermeister Renzo Caramaschi.
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„Bei dieser Gedenkfeier erinnern wir an die Menschen, die zwischen 1943 und 1947 aus ihrer Heimat Istrien, Dalmatien und Julisch-Venetien vertrieben wurden und die sich hier in Bozen niedergelassen haben“, sagte Bürgermeister Renzo Caramaschi. - Foto: © Stadt Bozen
Der Bozner Bürgermeister Renzo Caramaschi wohnte am Mittwochvormittag 2 Gedenkfeiern am Tag der Erinnerung bei: In Begleitung des Präsidenten des Stadtviertelrates Don Bosco, Alex Castellano legte der Bürgermeister Blumen an der Gedenkstätte für Norma Cossetto am Verbindungsweg zwischen der Gutenbergstraße und dem Neubruchweg nieder.

Im Anschluss daran nahm der Bürgermeister einer Kranzniederlegung an der Gedenkstätte für die Flüchtlinge aus Istrien, Dalmatien und Julisch-Venetien auf der Quireiner Wassermauer auf der Höhe der Fiumestraße teil. Die Gedenkfeier fand aufgrund der geltenden Bestimmungen zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Anwesend waren neben Bürgermeister Caramaschi der Regierungskommissar Vito Cusumano, Senator Filippo Maturi, der Landeshauptmannstellvertreter Giuliano Vettorato und der Präsident des Vereins „Venezia Giulia e Dalmazia“, Giovanni Benussi.

„Bei dieser Gedenkfeier erinnern wir an die Menschen, die zwischen 1943 und 1947 aus ihrer Heimat Istrien, Dalmatien und Julisch-Venetien vertrieben wurden und die sich hier in Bozen niedergelassen haben. Es ist wichtig,“ sagte Bürgermeister Caramaschi, „dass wir die Tragödie, die diese Menschen durchlebt haben, kennen und verstehen. Der Tag der Erinnerung ist daher eine Erinnerung an viel Leid und Schmerz: Viele mussten ihre Familien und ihre Heimatorte in Istrien, Dalmatien und Julisch-Venetien verlassen, ihr Hab und Gut zurücklassen und in einer unbekannten Stadt ein neues Leben beginnen. Bozen hat diese Menschen aufgenommen und sie haben mitgeholfen, die Stadt nach dem Krieg wieder aufzubauen. Dennoch bleibt die menschliche Tragödie und der Schmerz, der nie vergessen werden darf.“

Heute gedenken wir auch der Opfer der Foibe,“ so Caramaschi weiter, „wo der Staat die Ideen der Menschen mit Ideologie und Unterdrückung bekämpft hat. Und wenn dann neben der Dikatur, die ja per se die Negation von Freiheit und Demokratie ist, auch noch Hass und ethnische Säuberung dominieren, um alle Unterschiede in Mentalität, Sprache, Gedanken, Institutionen auszulöschen, dann begegnen wir der Verneinung der Menschenwürde und des Respekts für die Mitmenschen. Der Tag der Erinnerung trifft uns tief in unseren Herzen, und ich hoffe, dass der nächste Gedenktag an der neuen Gedenkstätte abgehalten werden kann, um auf würdevolle Weise an die unzähligen menschlichen Tragödien zu erinnern, die so viele Menschen in Italien zwischen 1943 und 1945 und in der Nachkriegszeit durchlebt haben. In Gedanken bin ich heute bei all jenen, die an diesem besonderen Tag ihrer Vorfahren gedenken und sich an ihre verlorene Heimat und an ihre Wurzeln erinnern.“

Der Präsident des Vereins „Venezia Giulia e Dalmazia“, Giovanni Benussi gab in einem bewegenden Beitrag Einblicke in die Geschichte des Vereins, der seit etwas mehr als 70 Jahren besteht. Benussi betonte, wie wichtig der heutige Gedenktag sei, und las zum Abschluss der Gedenkfeier einige Texte und Gedanken von Indro Montanelli vor, einem bekannten italienischen Journalisten, der vor einigen Jahren verstorben ist und der sich in vielen Texten mit dem Schicksal der Flüchtlinge aus Istrien, Dalmatien und Julisch-Venetien befasst hat.

stol