Freitag, 04. September 2015

Bozen: 30 Meter hoher Kran droht auf Gebäude zu stürzen

Großeinsatz in der Bozner Altstadt: Ein in einem kleinen Innenhof aufgestellter Kran war in der Nacht auf Freitag umgekippt und drohte, auf ein Gebäude zu stürzen. 19 Personen mussten in Sicherheit gebracht werden.

Die ganze Nacht waren die Truppen der Berufsfeuerwehr und Freiwilligen Feuerwehr Bozen, des Roten Kreuzes, der Carabinieri und der Staatspolizei im Einsatz. - Foto: DLife/da
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Die ganze Nacht waren die Truppen der Berufsfeuerwehr und Freiwilligen Feuerwehr Bozen, des Roten Kreuzes, der Carabinieri und der Staatspolizei im Einsatz. - Foto: DLife/da - Foto: © STOL

Der 30 Meter hohe Baukran war in einem kleinen Innenhof hinter der Erbsengasse Stück für Stück in den Innenhof gehievt und aufgebaut worden.

Gegen Mitternacht in der Nacht auf Freitag offenbarte sich plötzlich ein Konstruktionsfehler im Boden: Er war unterspült und brach unter dem Gewicht des Krans unter einem der Standbeine ein.

Mehrfamilienhaus sofort evakuiert

Die Landesnotrufzentrale 118 schickte umgehend die Berufsfeuerwehr Bozen vor Ort, die gemeinsam mit dem Roten Kreuz die 19 Bewohner des Mehrfamilienhauses evakuierte und den Kran sicherte. Dann berieten Feuerwehr, Carabinieri und Polizei, wie es weiter geht.

Einsatzleiter Christian Auer erklärt gegenüber STOL: "Es war eine sehr schwierige Frage. Wir haben nicht die Geräte, um einen Kran dieser Größenordnung zu bergen. Auch drängte die Zeit: Der Baukran drohte, auf das Gebäude der Volksbank in der Leonardo-Da-Vinci-Straße zu fallen. Und das am Wochenende des Altstadtfestes. Wenn also der Kran umstürzt, das Gebäude beschädigt und Brocken auf die Straße fallen, müssen wir diese vielleicht das ganze Wochenende sperren. Keiner darf dann dort zur Arbeit, und auch beim Fest müsste die Straße zu bleiben. Das hätte ein Verlust von Millionen Euro sein können, unter anderem für die Lokalbetreiber."

Schließlich wurde beschlossen, die Bozner Firma, die den Kran hergestellt und geliefert hat, zu kontaktieren. "Sie waren sehr professionell und kamen sofort zur Einsatzstelle."

250-Tonnen-Kran wurde zur Bergung beordert

Die Firma orderte einen speziellen Baukran aus Trient in der Größenordnung von 250 Tonnen - "Ein Riesending, solche Geräte stehen uns gar nicht zur Verfügung", beschreibt der Einsatzleiter - und ließ den umgestürzten Kran Stück für Stück abmontieren.

 

Foto: hof/D

 

Durch den schnellen und gekonnten Einsatz der Wehr und auch der Firma konnte ein großer Schaden verhindert werden. So wurde lediglich der Dachstuhl des Mehrfamilienhauses beschädigt.

Einige der Bewohner im Sitz des Roten Kreuzes untergebracht

Auch wurde niemand verletzt. Die Bewohner wurden für die Nacht zuerst in einem Zelt untergebracht. Während neun der Evakuierten bei Verwandten und Freunden unterkamen, wurden zehn Personen in die Zentrale des Roten Kreuzes in die Trieststraße gebracht. "Den Bewohnern geht es gut, niemand hatte Angstzustände", heißt es vom Roten Kreuz.

 

Zehn der Evakuierten wurden in der Zentrale des Roten Kreuzes untergebracht. - Foto: Rotes Kreuz

Der Einsatz war in den frühen Morgenstunden des Freitags noch im Gange. Ebenfalls im Einsatz standen die Freiwillige Feuerwehr Bozen, die Carabinieri, die Polizei und der Zivilschutz.

stol/liz

stol