Samstag, 19. Dezember 2015

Bozen: 90 Flüchtlinge müssen auf der Straße schlafen

Abend für Abend hoffen vor der Kältenotunterkunft am Bozner Boden Menschen, diese Nacht nicht im Freien verbringen zu müssen. Und es sind stets wesentlich mehr, als Betten zur Verfügung stehen.

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Foto: © D

Rund 90 Personen bleiben derzeit Nacht für Nacht außen vor, weiß Monika Weissensteiner von der Alexander-Langer-Stiftung.

Unterschlupf finden sie auf dem Gelände des Bozner Bahnhofs. In großer Zahl handelt es sich dabei um Flüchtlinge, die in Südtirol ihren Asylantrag gestellt, aber keinen Platz in einem der Asylbewerberheime bekommen haben.

Ihr Status als Flüchtlinge, darauf weist Weissensteiner in einem online-Beitrag  ausdrücklich hin, gebe ihnen das Recht auf einen solchen Platz. Theoretisch, in der Praxis jedoch heißt es bis zu 6 Monate warten.

Viele der Männer kommen aus Pakistan und Afghanistan, einige aus Afrika. Laut Weissensteiner befinden sich derzeit 160 Personen, die bei der Bozner Quästur um Asyl angesucht haben, auf einer Warteliste für eine Aufnahmestruktur. In den Heimen werden derzeit hauptsächlich die Flüchtlinge untergebracht, die von Rom aus auf die Regionen und Länder verteilt werden.

Für nicht zugewiesene Flüchtlinge stehen derzeit 132 und damit nicht ausreichend Plätze zur Verfügung. Insgesamt habe man in Südtirol 850 Flüchtlinge aufgenommen. Der Zuweisungsquote von 0,9 Prozent der Flüchtlinge in Italien entspreche dies bei weitem noch nicht, so Weissensteiner. Das wären 1260 Personen. 

D

stol