Beleuchtung am falschen Ort und zum falschen Zeitpunkt: Das ist, kurz erklärt, Lichtverschmutzung. <BR /><BR />„Wenn man zum Beispiel um 2 Uhr nachts durch Bozen geht, sieht man, dass viele Schaufenster noch beleuchtet sind“, weist <b>Sabrina Bernhard</b> (im Bild) auf eines er Probleme hin. Bei einer Führung durch die Stadt erklärt die Expertin kürzlich, dass die Straßenlaternen oft falsch eingestellt oder aufgestellt seien, so dass die Lichter in den Himmel leuchten anstatt auf den Boden, wo sie eigentlich gebraucht werden. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1001269_image" /></div> <BR /><BR />In Südtirol gibt es Gesetze gegen Lichtverschmutzung. Zum Beispiel müssen zwischen 23 Uhr und 6 Uhr morgens die Lichter der Straßenlaternen auf 30 Prozent reduziert werden. Dazu braucht es natürlich dimmbare Laternen und Leuchten. „In Bozen sind aber zum Teil noch alte Straßenlaternen im Einsatz, die nicht dimmbar sind und deswegen die ganze Nacht gleichbleibend hell leuchten.“ Auch Schaufenster- und Fassadenbeleuchtungen müssen um 23 Uhr laut Gesetz abgeschaltet werden. Leider werde das zu wenig kontrolliert und auch zu wenig bestraft. <h3> „Milchstraße nicht mehr zu sehen“</h3>Bernhard erläutert die Nachteile von zu viel Licht: „Man sieht immer weniger Sterne. In Großstädten sieht man maximal bis zu 7 Sterne. Irgendwo draußen auf dem Land, abgelegen von künstlichen Lichtquellen kann man hingegen bis zu 4000 Sterne betrachten.“ „Von Bozen aus, wahrscheinlich auch von Brixen, Bruneck und Meran aus, kann man heute die Milchstraße nicht mehr sehen“, ergänzt Bernhard, da müsse man schon weg von den Städten, hinaus auf Land, auf den Berg hinauf. <BR /><BR />Nachtaktive Tiere, Insekten, Fledermäuse aber auch Zugvögel werden fehlgeleitet, verlieren aufgrund des Lichts die Orientierung. Bernhard bringt als abschreckendes Beispiel New York, wo intensive Bestrahlung die die Twin Towers beleuchtet: „Die Strahlen sind so stark, da verfangen sich innerhalb von 10 Minuten 60.000 Vögel die nicht mehr wissen, wie sie wieder rauskommen sollen.“ Inzwischen sei eine Regelung eingeführt worden, mit der die Strahler alle 20 Minuten kurz ausgeschaltet werden, so dass die Vögel wieder weiterfliegen können.<BR /><BR />„Durch die Beleuchtung wird den Tieren vorgegaukelt, es sei schon Frühling, es sei schon Sommer. Sie kommen durcheinander mit ihren jahreszeitlichen Rhythmen. Sie brüten früher, bauen früher Nester usw.“, schildert die Fachfrau. Das gelte auch für Bäume und Pflanzen. <BR /><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1001272_image" /></div> <BR /><BR />Als konkretes Beispiel zeigt Bernhard auf: „Auf dem Maria- Delago-Platz, in der Nähe des Naturmuseums gibt es einen Baum, der von einer Straßenlaterne stark beleuchtet wird. Im Herbst sieht man, dass auf der abgewandten Seite der Baum bereits rote Blätter hat, auf der Straßenlaterne zugewandten Seite ist er noch komplett grün.“<BR /><BR />Natürlich ist zu viel Licht auch für uns Menschen schädlich. Wenn man die Nacht in kompletter Dunkelheit verbringt, dann ist der Körper in der Lage, Melatonin auszuschütten. Man schläft tief und gut und fest. Zu viel Licht fördert auch das Krebsrisiko. Früher, wenn es dunkel wurde, war die Zeit gekommen zu rasten. Heute, wenn es dunkel wird, schalten wir Lichter ein und sitzen bis tief in die Nacht bei Laptop oder Fernseher. Die Stadt hat in Sachen Lichtverschmutzung Nachholbedarf, doch auch jeder einzelne kann dazu beitragen, das Phänomen einzudämmen und sich selbst eine bessere Lebensqualität zu verschaffen. <BR /><BR />Weitere Informationen unter <a href="https://www.lightpollutionmap.info/#zoom=4.00&lat=45.8720&lon=14.5470&state=eyJiYXNlbWFwIjoiTGF5ZXJCaW5nUm9hZCIsIm92ZXJsYXkiOiJ3YV8yMDE1Iiwib3ZlcmxheWNvbG9yIjpmYWxzZSwib3ZlcmxheW9wYWNpdHkiOjYwLCJmZWF0dXJlc29wYWNpdHkiOjg1fQ==" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">www.lightpollutionmap.info</a><BR />