Mittwoch, 26. Oktober 2016

Bozen: Betrüger "sammeln" Spenden für Kinder in Not

Sie waren in ganz Italien tätig, sprachen vor Geschäften Menschen an und sammelten Spenden für eine wohltätige Organisation - die es, wie sich nun herausstellte, nicht gibt. Den 3 Betrügern aus Apulien wurde am Dienstag das Handwerk gelegt - von 2 jungen Mädchen.

Foto: Quästur Bozen
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Foto: Quästur Bozen

Die Mädchen verließen am Dienstag gerade einen Supermarkt in der Industriezone, als sie von einem älteren Herren angesprochen wurden: Er bot ihnen einen Farbstift im Tausch gegen eine Spende für eine wohltätige Organisation für Kinder in Not an.

Die Beiden gaben ihm zunächst ein paar Euro, was der Mann jedoch nicht annahm: Er verlangte mindestens 10 Euro pro Stift. Von Mitgefühl bewegt kauften die beiden Mädchen schließlich 2 Farbstifte für 20 Euro. Der Mann trug, um glaubhafter zu wirken, eine gelbe Weste samt Namensschild.

Mädchen folgen dem Mann

Doch als eines der Mädchen die Stifte genauer inspizierte erkannte sie, dass die genannte Organisation nirgends erwähnt wurde. Daraufhin folgten sie dem Herren, der sich zu einem hinter dem Supermarkt geparkten Fahrzeug begab. 

Als er die beiden Mädchen bemerkte, eilte er zum Auto, doch die Mädchen waren schneller: Sie hielten die Autotür offen und sahen noch 2 weitere Männer im Fahrzeug sitzen, einer davon mit Bargeld in der Hand. Nun erzählte der ältere Herr eine neue Geschichte: Das Geld sei für seine Kinder.

Beim Eintreffen der Staatspolizei, die in der Zwischenzeit von den Mädchen alarmiert worden war, versuchte er, die 20 Euro zurückzugeben.

Doch auch die Polizisten fanden die Männer im Fahrzeug und das viele Bargeld in ihrer Hand mehr als verdächtig - ebenso die sich verändernden Erzählungen des Mannes. Daraufhin wurden alle 3 Männer abgeführt und in die Quästur gebracht.

In ganz Italien tätig

Dort stellte sich heraus, dass der 60-Jährige, der 37-Jährige und der 30-Jährige allesamt aus Apulien stammten und bereits mehrfach wegen Betrugs anbelangt worden waren. Die 3 Männer waren immer wieder auf dem ganzen Staatsgebiet von Polizisten aufgehalten worden, in der Nähe von Einkaufszentren, Messen und Krankenhäusern - stets mit der selben Masche.

Die Durchsuchung des Autos brachte zahlreiche Buntstifte zum Vorschein, außerdem Flyer, Namensschilder, Westen und nicht zuletzt eine beachtliche Summe Bargeld. Die drei Männer wurden wegen Betrugs angezeigt.

stol/liz

stol