Montag, 28. Juni 2021

Bozen: Ermittlungen gegen EM-Randalierer – 3 verletzte Polizisten

In Bozen war es am Samstag nach dem EM-Spiel Italiens zu Ausschreitungen gekommen. Die Ermittlungen laufen nun auf Hochtouren.

In Bozen kam es zu Krawallen. - Foto: © ANDREAS KEMENATER
Die Polizei hatte Verstärkung angefordert für einen zu erwartenden Einsatz am Samstag Abend. Allerdings hatten die Ordnungskräfte damit gerechnet, dass es zu Ausschreitungen zwischen Österreich- und Italienfans kommen könnte. Gekommen ist es aber zu Attacken auf die Polizeikräfte: Pflastersteine, Flaschen, ein altes Fahrrad, Kartonbomben und Feuerwerkskörper flogen in Richtung Beamte. 3 von ihnen mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

Die Sondereinheit der Polizei für Öffentliche Ordnung und Sicherheit aus Padua war ebenso mit Beamten der Quästur am Siegesplatz wie Einheiten von Carabinieri und Finanzpolizei und ein Dutzend Beamte des 7. Carabinieri-Regiments Leifers.

Nach Ende der Nachspielzeit begann das inzwischen schon traditionelle „Karussell“ am Siegesplatz in Bozen. Laut Bozner Quästur waren mindestens 1000 Menschen in Bewegung. Unter die Feiernden hätten sich aber auch rund eine Hundertschaft Jugendliche gemischt, welche mit Fußball rein gar nichts am Hut gehabt hätten.

Viele hatten laut Polizei wohl Alkohol konsumiert, dazu kamen wohl angestaute Aggressionen: Sie gingen auf die Ordnungskräfte los. Sie sollen Pflastersteine geworfen haben, Flaschen, Gläser, Schilder wurden aus den Verankerungen gerissen, ein altes Fahrrad, Kartonbomben und Feuerwerkskörper (Petardi) flogen durch die Luft in Richtung Polizei. Die Polizei setzte Tränengas ein.

Fahrzeuge beschädigt, Polizisten verletzt

2 Fahrzeuge wurden beschädigt, 3 Beamte mussten spitalsärztliche Versorgung in Anspruch nehmen. Die Beamten konnten nach Hause entlassen werden, die Heilungsdauer ihrer Verletzungen wurde mit 3 bis 10 Tagen angegeben.

Die Polizei hat einige der Randalierer bereits wieder erkannt und wird sie wohl in den nächsten Tagen vorladen, andere sollen aufgrund der Videoaufzeichnungen, die vorliegen, identifiziert werden – wer eine Straftat begangen hat, soll dafür gerade stehen.



Aus den Vorkommnissen hat die Polizei auch Lehren gezogen: Am nächsten Spieltag Italiens, dem Freitag, wird unabhängig vom Gegner Verstärkung angefordert.

„Randalierer gefährden Sicherheit“

In einer Presseaussendung meldete sich am Montag auch die Junge Süd-Tiroler Freiheit zu Wort.

Unter den Randalierern sollen sich demnach auch Faschisten befunden haben, „die sogar aus anderen Regionen anreisten“. Schon auf Videos bei Feiern in der EM-Gruppenphase waren laut Junger Süd-Tiroler Freiheit auch Personen zu sehen, „die den römischen Gruß machten“.

„Solch ein Verhalten schadet unserem Land und gefährdet die öffentliche Sicherheit“, betont die Junge Süd-Tiroler Freiheit. Sie fordert beim nächsten Spiel ein ebenso entschlossenes Durchgreifen der Ordnungshüter bzw. die Sperrung der Freiheitsstraße und der Gegend um das Siegesdenkmal für die Öffentlichkeit.

stol/uli

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