Mittwoch, 27. Januar 2016

Bozen gedenkt der Opfer des Holocaust

Am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust hat auch Bozen der Menschen gedacht, die auch in Südtirol Opfer der Verfolgung durch den Nationalsozialismus wurden.

Ein Stein als Gebet für die jüdischen Opfer des Holocaust: Bozens Kommissär Michele Penta zelebrierte den Internationalen Gedenktag gemeinsam mit anderen Vertretern der Gemeinde Bozen.
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Ein Stein als Gebet für die jüdischen Opfer des Holocaust: Bozens Kommissär Michele Penta zelebrierte den Internationalen Gedenktag gemeinsam mit anderen Vertretern der Gemeinde Bozen. - Foto: © STOL

Der Kommissär von Bozen, Michele Penta, zelebrierte den Tag gemeinsam mit Regierungskommissärin Elisabetta Margiacchi, Landesrat Cristian Tommasini, dem Leiferer Bürgermeister Christian Bianchi, Vertretungen aus Politik und Militär und aus der Zivilgesellschaft, Vertretungen der Partisanenvereinigung ANPI, der Frontkämpfervereinigungen, der Jüdischen Kultusgemeinde, der Sinti und der Vereinigung ArciGay.

Bei der Kranzniederlegung an der Mauer des Durchgangslagers in der Reschenstraße 80 im Gedenken an die Deportierten und an Sinti und Homosexuelle, die im Nationalsizialismus verfolgt wurden, ergriff Kommissär Michele Penta das Wort:

"Am Tag des Gedenkens treffen wir hier an der Lagermauer in der Reschenstraße 80 zusammen, einer Mauer, die zum authentischen Symbol des Holocaust, der wahnsinnigen Gewalt von Menschen gegen Menschen geworden ist. Es ist ein Ort des Gedenkens: ein historischer Ort, an dem noch heute die Tragweite der Ereignisse zu spüren ist, die diesem Ort traurige Berühmtheit verschafft haben. Hier", so Penta weiter "befand sich das Lager mit seinen Baracken, hier haben Menschen unsagbare Gewalt erlebt. Es ist der geeignete Ort, um der Deportierten zu gedenken, genau dort, wo sie ihre Freiheit ungerechtfertigter Weise verloren haben und unmenschliche Behandlung ertragen mussten. Heute gedenken wir der über 11.000 Zivilisten, die hierher gebracht wurden, Männer, Frauen und Kinder, aus politischen, rassistischen oder religiösen Gründen oder einfach als Geiseln für Familienangehörige, die von den faschistischen Milizen nicht gefunden werden konnten. Nur das Wissen um das, was hier geschehen ist, kann unserer Anwesenheit heute einen Sinn geben: die Mauer als Ort des Gedenkens und der Mahnung für alle, vor allem aber für die Jugend und die künftigen Generationen, dass sich so etwas nie mehr wiederholen möge. Heute ist ein Tag des Nachdenkens, um die Erinnerung wachzuhalten und unsere Prinzipien von Demokratie und Freiheit einmal mehr hochzuhalten. Die Stadt Bozen , die sich immer schon an vorderster Front für das Gedenken an die Deportation eingesetzt hat, will heute gedenken und ehren und jenen danken, die ihr Leben für diese Ideale geopfert haben".

Es folgten die Kranzniederlegungen am Jüdischen Friedhof mit einem Gebet der Vertretung der Jüdischen Kultusgemeinde und am Denkmal des Partisanen Manlio Longon im Stadtfriedhof.

Auch bei der Gedenkveranstaltung anwesend waren unter anderem Handelskammerpräsident Michl Ebner und der Präsident der Sparkasse, Gerhard Brandstätter.

stol

stol