Mittwoch, 22. Februar 2017

Bozen gedenkt Hans und Sophie Scholl

Anlässlich des 74. Todestages der Geschwister Hans und Sophie Scholl, die 1943 in München von den Nationalsozialisten ermordet wurden, hat am Dienstagvormittag ein Gedenkgottesdienst in Bozen stattgefunden.

Foto: Gemeinde Bozen
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Foto: Gemeinde Bozen

Bürgermeister Renzo Caramaschi legte einen Strauß weißer Rosen auf den Hans-und-Sophie-Scholl-Platz an der Rombrücke nieder.

Die beiden Geschwister waren gemeinsam mit Christoph Probst am 22. Februar 1943 vom NS-Regime zum Tode verurteilt und hingerichtet worden, weil sie sich mit ihrer Widerstandsbewegung „Weiße Rose“ gegen den Nationalsozialismus auflehnten. Man warf den Scholl-Geschwistern Propaganda und Sabotage gegen das Reich vor.

Zum Todestag der Geschwister hat Caramaschi angekündigt, ein würdiges Denkmal für die beiden jungen Studenten auf dem nach ihnen benannten Platz zu errichten.

HochschülerInnenschaft: "Anderer Ort sinnvoller"

Vertreter der Südtiroler HochschülerInnenschaft bedauerten in einer Erklärung, dass der Hans-und-Sophie-Scholl-Platz bis auf ein Rosenbeet keinerlei Verbindung zu den Widerstandskämpfern aufweist. Nach dem Vorbild anderer Städte, wie z.B. Brixen oder München, sei es sinnvoller, dass ein Ort direkt an der Universität den Namen der Geschwister Scholl tragen bzw. an die Widerstandsgruppe erinnern würde.

Caramaschi: "Hoffen auf besseres Europa"

In seiner Ansprache erklärte Bürgermeister Carmaschi: „Zwei Geschwister, die die Ideale des Friedens, der Freiheit, der Demokratie und der Gerechtigkeit mit ihrem jungen Leben verteidigt haben. Sie hatten den Mut, mit Flugblättern gegen den Krieg vorzugehen. Es waren Studenten mit christlichen Wertvorstellungen, die auf ein besseres Deutschland hofften, ein Deutschland der Kultur, das Deutschland von Goethe, Schiller und der großen Komponisten - ebenso wie wir heute auf ein besseres Europa hoffen.“

Beispiele wie jenes der Geschwister Scholl, so Caramaschi weiter, müssten in den Schulen an die Jugend weitergegeben werden, auf dass die Schüler das Gedankengut verstehen und vor allem weiterleben.

Mit dabei waren auch der Stadtrat Luis Walcher, Stadtviertelratspräsident (Gries-Quirein) Giulio Righele und Vertreterinnen der italienischen Vereinigung der Widerstandskämpfer ANPI sowie Vertreter der Südtiroler HochschülerInnenschaft.

stol

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