Donnerstag, 01. Juli 2021

Bozen: Hangsicherungsmaßnahmen vorgestellt

Um die Landeshauptstadt vor Steinschlag und Felsstürzen zu sichern, wurden 2021 bisher bereits knapp 700.000 Euro in Schutznetze und Schutzbarrieren investiert

Durchgeführte Arbeiten am Virgl.
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Durchgeführte Arbeiten am Virgl. - Foto: © Stadt Bozen
Bozens Vizebürgermeister und Zivilschutzstadtrat Luis Walcher stellte am Donnerstagvormittag gemeinsam mit Umweltstadträtin Chiara Rabini und dem Expertenteam des Amtes für Geologie und Zivilschutz die in diesem Jahr durchgeführten Hangsicherungsarbeiten vor, die die Stadt vor der Gefahr eines Steinschlags oder Erdrutsches schützen sollen.

Die Pressekonferenz fand bezeichnenderweise am Fuße des Virgls statt, wo sich immer wieder Erd- und Gesteinsmassen von der überhängenden Felswand lösen und bei den Verantwortlichen für Sorgenfalten sorgen.

Die Sicherung dieser Hänge sei nicht nur eine absolut notwendige, sondern auch besonders komplexe und herausfordernde Arbeit, berichteten Vizebürgermeister Walcher und Stadträtin Rabini. Durch vorausschauendes Handeln und rechtzeitiges Eingreifen könne man die Landeshauptstadt jedoch gut schützen und schwere Schäden an der Infrastruktur auf ein Minimum reduzieren.

In den ersten Monaten dieses Jahres konzentrierten sich die Schutzmaßnahmen vor allem auf den Norden der Stadt. Für die Hangsicherungsarbeiten an der Meraner Straße, am Moritzinger Weg, in Guntschna, St. Oswald, Unterleitach und bei Runkelstein wurden insgesamt rund 65.000 Euro investiert.

Sofort gehandelt werden musste in der Kalvarienbergstraße. Dort wurde der Berghang nach dem Murenabgang vom 5. Dezember letzten Jahres zunächst kontrolliert und gesäubert und anschließend auf einer Fläche von mehr als 2000 Quadratmetern mit Metallnetzen, Stahlseilen und Nägeln gesichert (160.000 Euro). Gleiches gilt für die Kohlerer Straße, auf der es zur gleichen Zeit aufgrund der anhaltenden Regenfälle ebenfalls zu einem Erdrutsch gekommen war. Auch hier musste der Hang mit einem Steinschlagnetz und mit Stahlseilen gesichert werden. Die Kosten hierfür beliefen sich auf 12.000 Euro.

Teil der Schutzböschung eingebrochen

Im Februar brach an der Virgl-Promenade ein Teil der Schutzböschung und der Zyklopenmauer ein. Ursache für diesen Schaden war, dass der Boden mit Wasser vollgesaugt war und es über mehrere Tage große Temperaturschwankungen gegeben hatte. Um die Promenade zu sichern und Gefahren von den darunter liegenden Gebäuden abzuwenden, wurden die bestehenden Schutzbauten entfernt und neue bewehrte Erdaufbauten errichtet sowie neue Drainagerohre verlegt (Kosten: 122.500 Euro).

Im Moritzinger Weg auf Höhe der Hausnummern 72 und 74 wurden auf einer Länge von etwa 170 Metern 4 bis 6 Meter hohe Schutzbarrieren errichtet (Kosten: rund 197.000 Euro), während in der Defreggerstraße ein Felsvorsprung gesichert wurde (Kosten: rund 85.000 Euro). Dort war es in den letzten Jahren mehrmals zu Steinschlägen gekommen (zuletzt im August 2020).

An der Oswaldpromenade wurde hingegen auf einer Fläche von etwa 120 Quadratmetern Abbruchmaterial abtransportiert, das über mehrere Monate hinweg von der Steinschlag-Schutzbarriere aufgefangen worden war. Das Steinschlagnetz war bis zur Hälfte gefüllt (Kosten: knapp 50.000 Euro).

Insgesamt beliefen sich die Hangsicherungskosten in diesem Jahr bisher auf 689.529 Euro.

stol

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