Mehr Einwohner, plötzlich deutlich mehr Wohnungen und immer mehr Pendler: Die neue Statistik der Gemeinde für das Jahr 2025 zeichnet ein aktuelles Bild der Landeshauptstadt. Warum Bozen wächst, weshalb die Bevölkerung altert und welche Trends sich bei Haushalten und Migration abzeichnen.<BR /><BR />Dass Bozen offiziell knapp 107.000 Einwohner zählt, zirka 330 mehr als 2024 (106.568), liegt wie in den vergangenen Jahren vor allem am Zuzug. Immer noch wanderten 2025 mehr Menschen (3.225) in die Landeshauptstadt zu als ab (2.599), wobei 67 Prozent der Zugezogenen aus anderen italienischen Gemeinden kamen. Der Anteil der Ausländer - 47,7 Prozent aus Europa - liegt bei 15,3 Prozent (2024: 15,1 Prozent; 2016: 14,3 Prozent), wobei im vergangenen Jahr 530 im Ausland geborene Menschen die italienische Staatsbürgerschaft erhalten haben. Die größten ausländischen Bevölkerungsgruppen kommen aus Albanien (15,6 Prozent), Marokko (7,8 Prozent), Pakistan (7,0 Prozent), Rumänien (6,7 Prozent), der Ukraine (5,3 Prozent), China (4,5 Prozent) und Deutschland (4,3 Prozent) und Peru (4,0 Prozent). <BR /><BR />Während die Zahl der Geburten leicht von 764 im Jahr 2024 auf 785 (381 Mädchen und 404 Buben) im vergangenen Jahr gestiegen ist, starben sowohl im Jahr 2024 als auch im Jahr 2025 je 1078 Personen. <BR />Die Daten zeigen auch, dass Bozen weiter altert. Das Durchschnittsalter liegt jetzt bei 45,7 Jahren, wobei jenes der 16.350 eingetragenen Ausländer nur 36,7 Jahre beträgt und damit deutlich darunter liegt. <BR /><BR />Ein Viertel der Bozner Bevölkerung (24,5 Prozent) ist älter als 65 (2024: 24,3 Prozent), der Anteil der Minderjährigen liegt bei nur 16,1 Prozent, das sind 0,2 Prozent weniger als noch im Jahr zuvor. Unter den 17.077 Haushalten mit Kindern überwiegen Familien mit einem Kind deutlich (50,5 Prozent.)<h3> 50,8 Prozent der Boznerinnen und Bozner sind nicht verheiratet</h3>50,8 Prozent der Boznerinnen und Bozner - ohne Unterschied zwischen Frauen, Männern und Stadtvierteln – sind nicht verheiratet. Von den 296 Eheschließungen im Jahr 2025 (2024: 323) wurden nur 9,1 Prozent kirchlich und 90,9 Prozent standesamtlich geschlossen. Zudem wurden 147 Lebenspartnerschaften registriert – 17 mehr als 2024. Verwitwet sind 10,3 Prozent der Frauen und nur 2,4 Prozent der Männer. Bozens Witwenhochburgen sind die Viertel Europa-Neustift, Don Bosco und Gries-Quirein: Dort gibt es fast fünfmal mehr verwitwete Frauen als Männer. <h3> Deutlich mehr Wohnungen</h3> Im Jahr 2023 gab es in Bozen 54.022 Wohnungen, davon gehörten 6.485 dem Wohnbauinstitut und 677 der Gemeinde. Im Jahr 2024 stieg die Zahl der gemeldeten Wohnungen auf 54.357 – ein überraschendes Plus von 335 Wohnungen innerhalb von nur zwölf Monaten, und ein überraschend hoher Zuwachs in einer Stadt mit chronischer Wohnungsnot und so gut wie keinen Baugründen. <BR /><BR />Zu erklären dürfte dieser deutliche Zuwachs wohl vor allem auf die Kurzzeitvermietung von Wohnungen an Touristen sein, die zuvor leer standen. Weitere Faktoren dürften die Aufteilung großer Wohnungen in zwei oder gar drei kleinere Wohnungen sowie der Bau neuer Wohnungen sein. Über die Zahl der Wohnungen im Jahr 2025 liegen im Detail noch keine Informationen vor.<h3> Deutlich mehr Pendler</h3>Als Landeshauptstadt mit vielen Landesämtern und der größten Gewerbezone des Landes zieht Bozen viele Arbeitende von außerhalb an. Während in Bozen im vergangenen Jahr 47.327 Menschen in der Stadt arbeiteten und auch wohnten, kamen täglich 27.737 Pendlerinnen und Pendler aus anderen Gemeinden nach Bozen. Ihre Zahl steigt kontinuierlich: Im Jahr 2021 waren es noch 26.400 täglich, im Jahr 2023 knapp 27.000, ein Jahr später sind es mit 27.394 erneut deutlich mehr.