Freitag, 25. September 2020

Bozen ist jetzt offiziell UN-Standort

Eine UN-Flagge weht seit Freitag vor dem Eurac Research Gebäude: Das Bozner Forschungszentrum und die Universität der Vereinten Nationen besiegeln ihre Forschungspartnerschaft in den Bereichen Klimarisiken, nachhaltige Entwicklung und Katastrophenschutz in Berggebieten.

Stefan Schneiderbauer, Joerg Szarzynski, Arno Kompatscher, Shen Xiaomeng, Stephan Ortner und Roland Psenner mit der Flagge der UN.
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Stefan Schneiderbauer, Joerg Szarzynski, Arno Kompatscher, Shen Xiaomeng, Stephan Ortner und Roland Psenner mit der Flagge der UN. - Foto: © Eurac Research/Annelie Bortolotti
Gemäß den Richtlinien der Vereinten Nationen nimmt die blaue Flagge mit dem weißen Erdkreis Platz 1 in der Reihe der 6 Fahnen ein, die vor dem roten Gebäude von Eurac Research in der Bozner Drususallee wehen.

Einziger Standort der UNU in Italien

Gehisst wurde die UN-Flagge erstmals offiziell am heutigen 25. September; es war der abschließende Schritt, mit dem das Bozner Forschungszentrum und die Universität der Vereinten Nationen (United Nations University-UNU), der akademische Arm der UN, ihre Zusammenarbeit besiegeln. Bozen ist damit offizieller Dienststandort der Vereinten Nationen und gleichzeitig einziger Standort der UNU in Italien.



Risiko- und Sicherheitsforschung in den Bergen

Hintergrund der strategischen Partnerschaft ist die langjährige Zusammenarbeit zwischen Eurac Research und dem Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit (UNU-EHS) der Universität der Vereinten Nationen in Bonn, aus der nun ein gemeinsam vorangetriebenes UN-Programm entstanden ist: GLOMOS.

Das Kürzel steht für Global Mountain Safeguard Research. GLOMOS ist das einzige UNU-Programm, das sich spezifisch mit der Risiko- und Sicherheitsforschung in den Bergen beschäftigt.

Globale Herausforderungen gemeinsam lösen

Globale Herausforderungen lassen sich nur gemeinsam lösen: So lautet der Leitsatz der Agenda 2030, der politischen Zielsetzung der Vereinten Nationen. Sie umfasst 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung auf wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Ebene, die für alle Staaten dieser Welt gelten. Als Thinktank der Vereinten Nationen treibt UNU über die Arbeit ihrer 13 Institute und Forschungsprogramme in 11 Ländern die Umsetzung der Agenda-Ziele voran.

„Berggebiete spielen eine zentrale Rolle, wenn es um die globale Entwicklung von Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit, die Versorgung der Menschheit mit frischem Trinkwasser und die Biodiversität geht. Berggebiete sind gleichzeitig stark von der globalen Klimaerwärmung betroffen und dadurch besonders anfällig für Naturgefahren. Aus diesem Grund ist die angewandte Forschung in diesem Bereich und die Vernetzung mit Forschungspartnern wie Eurac Research so wichtig für die UNU“, unterstreicht Shen Xiaomeng, die Vizerektorin der UNU für Europa (UNU-ViE) und Direktorin des Instituts für Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten Nationen (UNU - EHS), bei ihrem Amtsbesuch in Bozen.

Erkenntnisse auf globaler Ebene einbringen

Für Eurac-Research-Präsident Roland Psenner ist es ein besonderes Anliegen, „die umfassenden Erkenntnisse aus 25 Jahren Berggebietsforschung durch diese bedeutende Partnerschaft mit der Universität der Vereinten Nationen auf globaler Ebene einbringen zu können und so einen Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 zu leisten.“

Neue Möglichkeiten für Südtirol

Für Südtirol ist die enge Zusammenarbeit mit der UNU nicht nur prestigeträchtig, sondern birgt auch neue Chancen, wie Landeshauptmann Arno Kompatscher deutlich macht: „Durch die Kooperation mit den Vereinten Nationen eröffnen sich uns neue Möglichkeiten, Südtirol weltweit als Standort mit langjähriger Erfahrung in der nachhaltigen Entwicklung von Berggebieten bekannt zu machen. Das kommt durch unsere starke Vernetzung von Forschung und Wirtschaft auch unseren lokalen Unternehmen zugute, die Technologien in diesem Bereich entwickeln.“

stol