Dienstag, 09. April 2019

Bozen: Kontrollen über “Null-Müllproduzenten”

In der Bozner Altstadt gibt es 820 Haushalte und Betriebe (von insgesamt 2813), die ihren Restmüll nicht in den vorgeschriebenen Chip-Müllsäcken abliefern. SEAB startet nun eine gemeinsame Aktion mit den Agenten der Umweltpolizei der Gemeinde Bozen, die gezielte Kontrollen durchführen werden.

Haushaltsabfälle in der Bozner Altstadt. - Foto: SEAB
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Haushaltsabfälle in der Bozner Altstadt. - Foto: SEAB

Enge Gassen, hohe Bevölkerungsdichte und Mangel an Gemeinschaftsaußenräumen verhindern das Aufstellen von Kondominiumstonnen in der Bozner Altstadt. Deshalb ist in diesem Stadtteil die Verwendung von SEAB-Restmüllsäcken mit Chip verpflichtend.

Diese dürfen an bestimmten Tagen und zu bestimmten Uhrzeiten, laut dem SEAB-Müllabfuhrkalender, hinausgestellt werden. Beim Aufsammeln wird der jeweilige Chip gelesen und das Volumen des Restmüllsacks dem jeweiligen Kunden zugewiesen – auf diese Weise bezahlt jeder für genau die Restmüllmenge, die er selber produziert.

820 Haushalte geben gar keinen Restmüll ab

Mithilfe vom Chip kann man auch feststellen, ob jemand gar keinen Müll abgibt. In den letzten 2 Jahren hat SEAB hunderte von diesen Kunden angeschrieben, um sie für die korrekte Müllabgabe zu sensibilisieren.

Trotz mehrmaliger Aufforderungen, die verpflichtenden Chip-Müllsäcke zu verwenden, gibt es immer noch 820 Haushalte und Betriebe (circa 30 Prozent aller Haushalte) die keinen einzigen Restmüllsack abgegeben haben. 80 davon bezahlen auch nicht ihre Abfallgebühren.

Es kann mehrere Gründe für die fehlende Restmüllabgabe geben. Dennoch ist es sicher, dass in jedem bewohnten Haushalt Restmüll anfällt.

Haushalte wurden der Umweltwache gemeldet

Aus diesem Grund hat SEAB alle Altstadtbewohner, die keine Restmüllsäcke mit Chip verwenden, den Umweltwachen der Gemeinde Bozen gemeldet. Diese werden gezielte Kontrollen im Sinne des Gemeindereglements durchführen.

„Wir möchten unsere Kunden auch daran erinnern, dass es keinen Sinn hat, alternative Entsorgungswege zu suchen: Im Abfalltarif ist bereits eine bestimmte Menge Restmüll enthalten, das sind zum Beispiel 714 Liter für Ein-Personen-Haushalte oder 1027 Liter für 2-Personen-Haushalte. Mit einer vernünftigen Mülltrennung ist es durchaus möglich, in diesem Minimaltarif zu bleiben“, unterstreicht die Verwaltungsdirektorin der SEAB Verena Trockner.

Ausrede: Abgabe über Zweitwohnsitz

Die Erklärungen für die Nichtverwendung der Restmüllsäcke sind ganz unterschiedlich. So erklären manche zum Beispiel, dass sie 2 Wohnsitze haben und den gesamten Müll beim zweiten Wohnsitz abgeben.

Dies ist nicht nur sehr umständlich sondern ergibt auch keinen Sinn, da man in der zweiten Wohnung einen erhöhten Tarif und in der ersten trotzdem den Minimaltarif zahlt.

Ausrede: Immer auswärts essen

Andere wiederum erklären, keinen Restmüll zu produzieren, weil sie immer draußen essen.

Doch der Restmüll fällt in einem bewohnten Haushalt trotzdem an: Staubsaugerbeutel, Zahnbürsten, Zahnpastatuben, alte Kugelschreiber, Tetrapak, kaputtes Geschirr, Taschentücher, benutzte Hygieneartikel, nicht tragbare Kleidung und Schuhe – das sind nur einige Beispiele von Sachen die keinesfalls in einer Sammelglocke, in einem Straßenpapierkorb oder sogar in einem anonymen Müllsack, wie man sie leider immer wieder findet, landen sollten.

stol

stol