Donnerstag, 09. Mai 2019

Bozen: Mahnwache gegen Gewalt an Frauen nach Vergewaltigung

Der Schock und die Wut nach dem Vergewaltigungsfall an einem 15-jährigen Mädchen in Bozen sitzen tief. Um Solidarität mit dem Opfer auszudrücken und ein Signal gegen alle Formen von Gewalt an Frauen zu setzen, beteiligen sich am Donnerstag um 17 Uhr zahlreiche Verbände, Vereine und Organisationen an einer Mahnwache in der Nähe des Tatorts an der gelben Brücke auf Höhe der Eurac.

In der Nähe des Tatorts wird am Donnerstag um 17 Uhr eine Mahnwache abgehalten.
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In der Nähe des Tatorts wird am Donnerstag um 17 Uhr eine Mahnwache abgehalten.

Die Frauenkoordination der Gewerkschaft CGIL/AGB organisiert für Donnerstag um 17 Uhr nahe der gelben Brücke, wo das Mädchen vergewaltigt worden ist, eine Mahnwache. „Wir wollen ein starkes Signal senden, dass die Freiheit der Frauen ein unantastbares Recht ist“, so Doriana Pavanello. Der Mahnwache haben sich auch die Partisanenvereinigung ANPI, die konföderierten Gewerkschaften SGB/CISL und UIL/SGK, der Gleichstellungsbeirat des Landes, Pro Positiv Südtiroler Hilfe, Centaurus Arcigay Südtirol, die Grünen und der PD angeschlossen. Die Gleichstellungskommission der Gemeinde Bozen will das Mädchen, wo immer es jetzt Hilfe braucht, unterstützen. 

„Der Gewalt an Frauen müssen alle den Kampf ansagen – angefangen bei den Männern an der Spitze der Institutionen. Dieser Kampf muss Priorität haben“, schreibt das Präsidium der Feminizid-Kommission im Senat.

Wie berichtet, kam es zu der Vergewaltigung eines 15-jährigen Mädchens am Montagnachmittag in Bozen. Die Ermittler suchen weiter fieberhaft nach 2 Tätern, von denen einer das Mädchen vergewaltigt habe. Wie am Mittwoch der leitende Staatsanwalt Giancarlo Bramante mitteilte, soll es sich dabei um 2 dunkelhäutige Männer handeln. 

„Südtirol Heute“ hat darüber berichtet. 

Spurensuche

Spuren zu finden, die zu den Tätern führen, erhoffen sich die Ermittler auch anhand des Fahrrades und der Kleidung des Mädchens. Beides wurde beschlagnahmt und zur Untersuchung auf Fingerabdrücke bzw. auf DNS-Spuren ins Polizeilabor nach Padua geschickt. Erste Ergebnisse dürften laut Staatsanwaltschaft aber erst in ein paar Tagen vorliegen. Gesichtet werden auch die Aufzeichnungen der im weiteren Umkreis liegenden Überwachungskameras.

Noch am Montag hatten Beamte der Quästur dunkelhäutige Männer, die sich im Umkreis des Tatortes aufhielten, befragt, überprüft und DNS-Tests von ihnen genommen, um im Falle Vergleichstests durchführen zu können. Bislang gibt es allerdings keine konkrete Spur.

Das Opfer selbst befindet sich weiter im Krankenhaus Bozen. Es steht unter schwerem Schock. 

stol

stol