Dienstag, 17. Oktober 2017

Bozen: Neuartiges Verfahren gegen Leberkarzinome

In den vergangenen Tagen ist im Krankenhaus Bozen, in der Abteilung für Allgemeine Chirurgie, ein neuartiges chirurgisches Verfahren zur Behandlung von hepatozellulären Karzinomen der Leber durchgeführt worden.

Im Krankenhaus Bozen ist ein neuartiges chirurgisches Verfahren zur Behandlung von hepatozellulären Karzinomen der Leber durchgeführt worden.
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Im Krankenhaus Bozen ist ein neuartiges chirurgisches Verfahren zur Behandlung von hepatozellulären Karzinomen der Leber durchgeführt worden. - Foto: © shutterstock

Es handelt sich hierbei um einen laparoskopisch (minimalinvasiv – ohne „Schnitt“ im Abdomen) durchgeführten Eingriff. Die Destruktion des Tumors erfolgt hierbei über spezielle Sonden, welche gezielt in den Tumor eingeführt werden und zu einer lokalen, thermischen Zerstörung des Gewebes führen (Thermoablation).

In der herkömmlichen Technik erfolgt diese Art der Therapie über direktes Eindringen der Sonden von außen durch die Haut (perkutan), unter radiologischer Kontrolle. Aufgrund anatomischer Gegebenheiten oder ungünstiger Lokalisation kann diese herkömmliche Technik jedoch unzureichend sein.

Jede Region der Leber kann erreicht werden

In diesen Fällen, und hierin besteht die Neuartigkeit des Verfahrens, kann die oben beschriebene laparoskopische Technik ermöglichen, jede Region innerhalb der Leber zu erreichen.

Das Krankenhaus Bozen ist italienweit Sitz eines der "ältesten" Tumor Boards in der Behandlung von hepatozellulären Karzinomen. Somit kann auf eine langjährige Erfahrung in dieser Behandlung, welche nur multidisziplinär erfolgen kann, zurückgegriffen werden.

An der Realisierung dieses neuen Therapieverfahrens waren daher verschiedene Fachspezialisten beteiligt: der Primar der Allgemeinen Chirurgie Federico Martin, die Chirurgen Antonio Frena und Stefan Patauner, die Radiologen Federica Ferro und Gianpietro Bonatti sowie der Hepatologe Andrea Mega.

Weitere wichtige Waffe gegen Karzinom

Die Thermoablation durch Mikrowellen oder Radiofrequenz, durchgeführt in perkutaner oder laparoskopischer Technik, stellt somit eine weitere Waffe im Kampf gegen das hepatozelluläre Karzinom dar. Diese reiht sich zu den herkömmlichen Behandlungskonzepten bestehend aus der chirurgischen Resektion, der Chemoembolisation und Chemotherapie, die seit jeher im Krankenhaus Bozen verfügbar sind und einer onkologischen Zertifizierung unterliegen.

stol

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