Die Gefängnisbeamten bemerkten den Vorfall und leiteten umgehend alle Notfallmaßnahmen ein. Trotz Reanimationsversuchen konnte dem Mann nicht mehr geholfen werden.<BR /><BR />Der Häftling war zuvor aus Messina geflohen und in Bozen festgenommen worden. Aufgrund seines Gesundheitszustands hatte er einen Antrag auf Verlegung nach Sizilien gestellt, der jedoch abgelehnt worden war.<BR /><BR />Über die Tragödie informierte die autonome Gewerkschaft der Strafvollzugspolizei SAPPE. Sie sprach den Angehörigen des Verstorbenen sowie den beteiligten Beamten ihr Mitgefühl aus. „Jeder Suizid ist eine Niederlage für das gesamte Strafvollzugssystem“, erklärte David Stenghel, stellvertretender Regionalsekretär der SAPPE. <BR /><BR />„Für die Bediensteten der Strafvollzugspolizei sind solche Ereignisse äußerst belastend und hinterlassen tiefe psychische Spuren. In Bozen erschwert zudem der chronische Personalmangel die Gewährleistung von Aufsicht, Betreuung und Sicherheit.“<BR /><BR />Nach Angaben der Gewerksc haft haben derartige Vorfälle nicht nur Auswirkungen auf die unmittelbar beteiligten Beamten, sondern auch auf die übrigen Insassen der Haftanstalt. Deshalb fordert die SAPPE erneut wirksame Programme zur Suizidprävention, schnelle Einsatzabläufe sowie eine angemessene medizinische und psychologische Betreuung.<BR /><BR />Auch SAPPE-Generalsekretär Donato Capece verwies auf den täglichen Einsatz der Strafvollzugspolizei: „Seit 1992 haben die Frauen und Männer des Korps mehr als 25.000 Suizidversuche in italienischen Gefängnissen verhindert und bei fast 190.000 Fällen von Selbstverletzung eingegriffen, um noch schwerwiegendere Folgen abzuwenden. Diese Zahlen belegen eine oft stille, aber unverzichtbare Arbeit.“