Die Stadtpolizei hat gestern eine weitere Obdachlosenschlafstätte geräumt. Die Baracke am Linken Eisackufer bei der Müllverbrennungsanlage auf einem Grundstück der Brennerautobahn AG wurde zerstört. 3 Personen seien beim Anrücken der Einsatzkräfte weggelaufen, teilte die Gemeinde gestern mit. <BR /><BR />Bereits am Freitag war die Stadtpolizei ausgerückt, um 9 Zelte unter dem Autobahnviadukt in der Nähe der Palermo-Brücke zu räumen. „In Bozen leben derzeit etwa 100 Personen in Notbehausungen entlang der Flüsse. Das sind Zahlen von Ende Oktober“, erklärte Bürgermeister Renzo Caramaschi gestern auf der Pressekonferenz nach der Sitzung des Stadtrates. <BR /><BR />Was die Winterschlafplätze in der Landeshauptstadt betreffe, „warten wir weiter auf die 200 Betten im ehemaligen Inpdap-Gebäude in der Pacinottistraße. Die Unterkunft wird ja derzeit vom Land hergerichtet und dann der Stadt zur Verfügung gestellt. Laut meinen Informationen können wir die Unterkunft im Dezember übernehmen“, erklärte Caramaschi. Momentan stünden 190 Betten für Obdachlose zur Verfügung, 95 im Ex-Alimarkt-Zentrum, 95 in der Coministraße. Sobald die 200 Betten in der Pacinottistraße bereitstünden, werde das Ex-Alimarkt-Zentrum als Nachtunterkunft schließen und zur Tagesstätte. <BR /><BR />Laut Davide Monti von der Genossenschaft „Volontarius“, die u.a. die Kurzzeitunterkunft in der Coministraße und den Infopoint für Schlafplätze führt, ist die Zahl der Menschen ohne Unterkunft in Bozen „in den vergangenen 10 bis 15 Tagen um etwa 80 Personen gestiegen. Es sind Menschen, die in Südtirol als Saisonarbeiter im Tourismus oder in der Landwirtschaft gearbeitet haben. Sie warten jetzt auf die Wintersaison, weil sie wissen, dass sie Arbeit finden werden, haben aber in der Zwischenzeit kein Obdach.“ <BR /><BR />Damit leben laut Monti in Bozen derzeit etwa 140 bis 150 Menschen auf der Straße. „Die Temperaturen sind zuletzt stark gesunken. Jetzt riskieren die Menschen“, betonte Monti gestern gegenüber den „Dolomiten“. Deshalb seien die Betten im ehemaligen Inpdap-Gebäude, aber auch die 10 in Bruneck und die 20 in Leifers von fundamentaler Bedeutung. „Je früher diese zur Verfügung stehen, desto besser.“ Die 50 Betten für Obdachlose in Meran und die 20 Betten in Brixen seinen schon belegt. <BR /><h3> Bald 20 Schlafplätze in Leifers</h3>Schon bald wird es in Leifers 20 Winterschlafplätze für Obdachlose geben. Diese werden voraussichtlich ab Anfang Dezember in einer gemeindeeigenen Struktur in der Gewerbezone Wurzer bei Steinmannwald untergebracht. Alles geht von einem Beschluss der Landesregierung vom Juli aus, der vorsieht, dass 100 Betten für Obdachlose in Meran (50 Plätze), Brixen (20), Bruneck (10) und in Leifers (20) zur Verfügung gestellt werden, um Bozen zu entlasten. <BR /><BR />„Daraufhin hat mich Soziallandesrätin Rosmarie Pamer kontaktiert, und zusammen haben wir eine Lösung für Leifers gefunden“, berichtet der Leiferer Bürgermeister Giovanni Seppi. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1095825_image" /></div> <BR /><BR />Die Bedürftigen werden bald in einem Gebäude untergebracht, das bisher als Lager des Gemeindebauhofs fungierte. Früher war es ein Dienstgebäude mit Büros, weshalb es auch über sanitäre Anlagen verfügt. Die 20 Obdachlosen können von Anfang Dezember bis zum 30. April 2025 in Leifers schlafen. <BR /><BR />„Sie können sich von 19 Uhr bis 8.30 Uhr im Gebäude aufhalten“, betont Seppi. Die Obdachlosen bekommen dort auch Mahlzeiten und haben die Möglichkeit zu duschen. Welcher Verein den Dienst übernimmt, ist noch nicht klar. „Derzeit läuft eine Ausschreibung der Bezirksgemeinschaft Überetsch/Unterland, der Sieger wird bald feststehen“, erklärt der Bürgermeister. Das Gebäude befindet sich außerdem in der Nähe von Bushaltestellen, was bei der Auswahl ein wichtiges Kriterium war. „So können die Bedürftigen einfach und schnell den Bus nehmen“, unterstreicht Seppi.