Mittwoch, 27. Juni 2018

Bozen: Urlaubsträume geplatzt - Ärger ist groß

Für viele Bozner, die ihre Ferien beim Reisebüro Neverland in Bozen gebucht haben, werden sich die Urlaubsträume nicht verwirklichen. Tumultartige Szenen spielten sich deshalb am Dienstagvormittag vor dem Reisebüro in der Turinstraße ab. Der Einsatz der Polizei war notwendig, um die Gemüter zu beruhigen. Das Tagblatt „Dolomiten“ hat mit dem Anwalt der Reisebürobesitzerin, Francesco Conan, gesprochen.

Am Dienstag versammelten sich verärgerte Kunden vor dem Reisebüro in Bozen. - Foto: DLife
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Am Dienstag versammelten sich verärgerte Kunden vor dem Reisebüro in Bozen. - Foto: DLife

Was war passiert? Mehrere Kunden, die einen Urlaub gebucht hatten, stellten fest, dass sie zwar eine Anzahlung für den bevorstehenden Urlaub geleistet hatten, Zimmer, Flüge und dergleichen aber nie gebucht worden waren. Am Dienstag wollten sie die Geschäftsführerin zur Rede stellen, worauf sich vor dem Büro chaotische Zustände entwickelten. 

Wie Rechtsanwalt Francesco Coran, der die Geschäftsführerin vertritt, auf Anfrage der „Dolomiten“ erklärte, habe die Agenturbetreiberin mit Liquiditätsproblemen zu kämpfen. Sie habe die geleisteten Anzahlungen auf ein Privatkonto überwiesen, das gepfändet wurde.

„Wir müssen herausfinden, welche Möglichkeiten es gibt“

„Wir müssen nun herausfinden, welche Möglichkeiten es gibt. Unter anderem können Reisebüros Polizzen im Falle der Insolvenz abschließen. Ob dies auch hier der Fall ist, muss ich erst herausfinden“, sagte Coran. Im Einsatz stand auch die Finanzpolizei. Sie führte eine Steuerkontrolle durch. Einige Kunden sollen hohe Summen verloren haben. Ermittlungen seitens der Ordnungshüter laufen laut Coran keine.

Bis zum heutigen Mittwoch sind rund einhundert Kunden beim Europäischen Verbraucherzenterum in Bozen vorstellig geworden, um Information und Beistand zu fordern.

D/stol/ansa

stol