Mittwoch, 04. November 2020

Bozens Covid-Intensiv-Station ist voll

Die Lage spitzt sich auch in der Intensivmedizin zu. Seit gestern ist auch das 18. Intensivbett in der Bozner Covid-Intensivstation im neuen Kliniktrakt belegt. Auch die restlichen 10 Intensivbetten – 6 in Brixen und 4 in Schlanders – sind voll. Nun müssen zwischenzeitlich die Krankenhäuser von Bruneck und dann von Meran in die Bresche springen.

Die Bozner Covid-Intensivstation ist derzeit voll.
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Die Bozner Covid-Intensivstation ist derzeit voll. - Foto: © stol
„Wir fangen heute (gestern, Anm. d. Red.) mit 4 Betten an“, sagte gestern der Direktor des Gesundheitsbezirks Bruneck, Walter Amhof.

Tag für Tag Hiobsbotschaften: Seit gestern ist die Bozner Covid-Intensivstation bis zum letzten Bett belegt. Die restlichen 10 Intensivbetten – 6 in Brixen und 4 in Schlanders – sind auch belegt. Nun muss Bruneck aushelfen, obwohl der dortige Gesundheitsbezirk wie im Übrigen auch der Gesundheitsbezirk Meran bereits entsprechendes Personal für die Covid-Intensiv-Pflege nach Bozen entsandt hat. Bruneck ist gestern mit 4 Intensivbetten gestartet. „Im Frühjahr hatten wir sogar 10“, sagt Direktor Amhof. Und woher nimmt Bruneck das Personal? „Wir haben die OP-Säle geschlossen“, sagt Amhof, der hofft, dass der Patientenansturm auf die Krankenhäuser durch die jüngsten Maßnahmen zurückgeht. „Wir sind alle von der Stärke der 2. Welle ,a bissl‘ überrascht worden“, sagt Direktor Amhof.

Es sei, so Sanitätsdirektor Dr. Pierpaolo Bertoli, auch zu schauen, ob das Meraner Spital eine Covid-Intensivstation mit 9 Betten eröffnen kann. Allerdings wurden von dort bereits 12 Pfleger für die Bozner Covid-Intensivstation abgezwackt. Und andererseits in Meran „normale“ Intensivpatienten von Bozen und Schlanders aufgenommen.

Aber wie will der Sanitätsbetrieb überhaupt auf seine veranschlagten 70 Intensivbetten kommen, wenn es jetzt schon schwierig ist, neue Betten aufzutun? „Das Problem sind nicht die Betten, das Problem ist das Personal“, sagt Dr. Bertoli. In Bozen müsse man schauen, die restlichen 2 Einheiten mit insgesamt 12 Betten sowie die 19 Betten im Aufwachraum, so wie im Frühjahr, zu aktivieren, sagt Dr. Bertoli. Und wie soll das bewerkstelligt werden? Bozen soll auch seine OPs zumachen wie in den Bezirken und so Personal rekrutieren, lautet der Zuruf aus den Bezirken.

Schon am Montag sprach Dr. Andreas Clara, Oberarzt in der Bozner Covid-Intensivstation im STOL-Interview von einer sich stark zuspitzenden Situation. Am Montag waren bereits 15 von 18 Betten in Bozen belegt. Wenige Stunden nach unserem Gespräch war die Kapazität dort erschöpft.

lu