Mittwoch, 21. September 2016

Bozner Boden: "So nützt das Halteverbot nix gegen die Prostitution"

Das von Bozens Bürgermeister Renzo Caramaschi am Montag verordnete Halteverbot im Kampf gegen die Prostitution am Bozner Boden geht dem dortigen Stadtviertelrat zu wenig weit.

Bei diesem Halteverbotsschild wäre ein Anhalten - ohne Gehsteig - relativ schwierig.
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Bei diesem Halteverbotsschild wäre ein Anhalten - ohne Gehsteig - relativ schwierig.

Bürgermeister Caramaschi hatte zu Wochenbeginn veranlasst, dass von der Talstation der Rittner Seilbahn bis zum Landhaus in der Schlachthofstraße ein Halteverbot eingeführt wird (STOL hat berichtet). Die entsprechenden Schilder wurden auch umgehend angebracht.

Allerdings stößt die Initiative bei vielen Bürgern in diesem Stadtviertel auf Unverständnis. Der Präsident des Stadtviertelrates Zentrum-Bozner Boden-Rentsch, Armin Widmann, zeigt sich - wie viele - verärgert darüber, dass das Halteverbot nur für etwa 250 Meter gelte. „Das ist bei weitem nicht ausreichend und ich höre viele Rückmeldungen von Bürgern, die nicht verstehen, warum die Maßnahme nicht auch in ihrem Wohnbereich getroffen wurde“, kritisiert Widmann.

Der Stadtviertelrat hätte laut Widmann seit geraumer Zeit ein Halteverbot zwecks Verhandlung mit Prostituierten für den gesamten Bozner Boden gefordert. 

„Wir fühlen uns einfach nicht ernst genommen. In unserem Gremium gab es einen einstimmigen Beschluss für das Halteverbot und die Aufnahme der neuen Regelung in die Stadtpolizeiordnung“, erinnert Widmann. Caramaschi habe hingegen nur eine Verordnung erlassen, die auch wieder auslaufen könne.

STOL/ds

stol