Die beiden Iraner, die 60-jährige M.M. und der 48-jährige N.A.H., sollen die Überfahrt von Flüchtlingen nach Europa, deren Unterbringung in Italien und den Weitertransport nach Nordeuropa organsiert und dabei die Immigranten mit falschen Dokumenten ausgestattet haben.Enge Zusammenarbeit zwischen Rom, Bozen und DeutschlandDie Ermittlungen liefen seit April dieses Jahres, die Polizeibeamten in Rom und Bozen arbeiteten eng zusammen. Auch die deutsche Polizei wurde in die Ermittlungen einbezogen.Im April konnten vier mutmaßliche Komplizen von M.M. und N.A.H. in Rom ausgeforscht und verhaftet werden. Zur gleichen Zeit stoppte eine Bozner Polizeistreife ein Taxi, in dem vier Immigranten mit falschen Dokumenten saßen.Die Bozner Polizeibeamten, die bereits von ihren römischen Kollegen über den internationalen Schleuserring informiert worden waren, vermuteten bald, dass die vier Flüchtlinge „Kunden“ desselben waren.Ab diesem Zeitpunkt wurde gegen M.M. und N.A.H. auf Hochtouren – auch über Telefonabhörungen – in diversen italienischen Städten gefahndet.Sie sollen zur Führungsebene der international tätigen Schleuserbande gehört haben, die Flüchtlinge aus dem Mittleren Osten – vorwiegend Kurden, Iraner und Afghanen - über Griechenland nach Italien und dann weiter nach Nordeuropa gebracht haben soll.Aufgabenteilung, um Immigranten ins Land zu bringenDabei soll es laut Polizeiangaben einzelne „Abteilungen“ mit genauer Aufgabenteilung gegeben haben: Einige Mitglieder sollen den Transfer aus den Herkunftsländern nach Europa organisiert haben.Die Immigranten sollen spätestens in Griechenland mit falschen Dokumenten ausgestattet und anschließend nach Italien, meist nach Bari und Brindisi, ausgeschifft worden sein.In Italien angekommen, sollen sich weitere Mitglieder der kriminellen Organisation, um die Unterbringung der Immigranten und den anschließenden Transport nach Nordeuropa gekümmert haben.Dieser soll vor allem über die Eisenbahn, Leihautos bzw. auch Taxis erfolgt sein. Ziel waren die Länder Deutschland, Dänemark, Norwegen und Schweden.Am Donnerstag gerieten die in Rom wohnhaften M.M. und N.A.H. ins Fahndungsnetz der Polizei in Bozen. Sie wurden sofort nach Rom überstellt, da dort nach ihnen gefahndet wurde. Die Ermittlungen, die weitere Details über den internationalen Schleuserring ans Licht bringen sollen, dauern an.stol