Montag, 13. Februar 2017

Bozner Gericht bestätigt Urteil gegen Südtiroler IS-Schläfer

Rund um den Gerichtsplatz war am Montag nichts so wie immer: Hubschrauber kreisten am Himmel, Scharfschützen hatten sich positioniert, rund 100 Sicherheitskräfte standen im Einsatz. Der Grund: Im Bozen befand das Schwurgericht über das Schicksal von vier mutmaßlichen Schläfern der Terrormiliz „Islamischer Staat“. Am späten Nachmittag stand das Urteil fest.

Ein Großaufgebot an Sicherheitskräften sicherte am Montag das Bozner Gerichtsgebäude und die Gegend rundum.
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Ein Großaufgebot an Sicherheitskräften sicherte am Montag das Bozner Gerichtsgebäude und die Gegend rundum.

Die vier angeklagten Männer in dem Prozess heißen Eldin Hodza (26), Hasan Saman Jalal (36) und Abdula Ali Sali (38) und Abdul Rahman Nauroz (28). Als im November 2015 die Behörden eine mutmaßliche Zelle der islamistischen Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) in Südtirol hochgehen ließen, sind die Männer, die allesamt in Südtirol lebten, ins Visier der Ermittler geraten. Sie standen im Verdacht, von Südtirol aus einen Terroranschlag in Europa geplant zu haben.

Die Angeklagten von links: Abdul Rahman Nauroz, Eldin Hodza, Hasan Saman Jalal und Abdula Ali Sali

In Trient bereits verurteilt: Nun Berufung

Im Mai vergangenen Jahres waren die vier Männer vom Trientner Landesgericht erstmals verurteilt worden: Hodza, Jalal und Sali wurden zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt, Nauroz, der als Kopf der Zelle galt, wurden sechs Jahre Haft aufgebrummt. Die Verteidiger der mutmaßlichen IS-Schläfer legten gegen das Urteil Berufung. Dieser Berufungsprozess wurde am Montag nun in Bozen verhandelt.

Hodza, Jalal, Sali und Nauroz waren bei dem Prozess selbst anwesend. Dazu wurden sie aus einem Hochsicherheitsgefängnis in Kalabrien zeitweise entlassen und nach Südtirol gebracht. Dies war auch der Grund für das erhöhte Sicherheitsaufgebot am Bozner Gerichtsplatz.

Bozner Gericht bestätigt Urteil

Der Prozess gegen die vier Männer begann, wie bereits berichtet, um 9 Uhr morgens. Donatella Marchesini, stellvertretende Generalstaatsanwältin am Oberlandesgericht, forderte die Bestätigung des Trientner Urteils, am späten Nachmittag stand dann fest: Das Gericht folgte der Forderung Marchesinis. Das Schwurgericht bestätigte das Urteil von Trient, die vier angeklagten Männer werden wieder ins Hochsicherheitsgefängnis von Rossano Calabro (Kalabrien) gebracht.

stol

stol