„Wir zielen auf eine Wiedereröffnung in der ersten Juli-Hälfte.“ Zunächst soll die Schlachtung von Rindern durchgeführt werden. In einem zweiten Moment kommt anderes Getier hinzu.<BR /><BR />Der Schlachthof in Bozen ist der größte im Land. Als er im letzten Sommer von einem Tag auf den anderen geschlossen wurde, fehlten plötzlich wichtige Kapazitäten. Wie berichtet, musste die über 50 Jahre alte Anlage wegen nicht durchgeführten Sanierungsarbeiten dichtmachen. Mittlerweile sind diese abgeschlossen. <BR /><BR />„Insgesamt belaufen sich die Kosten auf rund 750.000 Euro“, informiert der Bozner Vize-Bürgermeister Stephan Konder. Die Gemeinde hat die Arbeiten gemeinsam mit dem neuen Konzessionär, dem Viehvermarktungskonsortium Kovieh, durchgeführt. Die Maßnahmen umfassen unter anderem eine Erneuerung wesentlicher Bestandteile von Kühlanlage und Kühleinheit sowie von Hebe- und Förderanlagen.<BR /><BR />Kovieh-Geschäftsführer Martin Tröger rechnet nun mit einer Wiedereröffnung des Schlachthofs in der ersten Juli-Hälfte. Einige Kleinigkeiten müssten vorher noch erledigt werden, meint er. Es stehen zum Beispiel noch ein Lokalaugenschein des Landestierärztlichen Dienstes und das HACCP-Handbuch (Dokument für betriebliches Hygienemanagement, Anm. d. Red.) aus. <h3> Vorerst nur Schlachtung von Rindern </h3>Läuft alles glatt, soll im Juli zunächst die Schlachtung von Rindern wieder aufgenommen werden. In einem zweiten Moment wird jene für Schafe, Ziegen und Schweine folgen. „Unser Hauptziel ist zunächst, die Wiedereröffnung gut über die Bühne zu bringen“, sagt Tröger. Schritt für Schritt wird Kovieh anschließend daran arbeiten, die Kapazitäten des Schlachthofs auszulasten und die angebotenen Dienstleistungen auszubauen. Sobald die entsprechenden Räumlichkeiten eingerichtet sind, soll beispielsweise auch die Zerlegung der geschlachteten Tiere angeboten werden. <BR /><BR />Stichwort Dienstleistungen: Um die großen Kapazitäten des Bozner Schlachthofs voll auszulasten, fehlt es Kovieh noch an Personal. „Wir sind nach wie vor auf der Suche“, betont Tröger. Die ehemaligen Mitarbeiter des Schlachthofs haben sich nämlich größtenteils anderweitig organisiert oder sind in Pension gegangen. Doch fürs Erste, also die Wiedereröffnung im Juli, ist Kovieh personell breit genug aufgestellt. „Wir haben neues Personal eingestellt und auch intern einige Mitarbeiter ausgebildet“, so Tröger. <BR /><BR />Derzeit wird am Schlachthof zudem ein neues und digitales Etikettierungs- und Rückverfolgbarkeitssystem installiert, wie Tröger ergänzt. „Mit der erweiterten Datenbank sollen die regionalen Vermittlungskreisläufe weiter gestärkt werden.“<h3> 15.000 Schlachtungen pro Jahr</h3> Der Bozner Schlachthof ist mit Abstand der größte in ganz Südtirol. Vor seiner Schließung am 1. Juli vergangenen Jahres wurden hier rund 15.000 Tiere im Jahr geschlachtet, was in etwa der Hälfte aller Schlachtungen im Land und ungefähr 40 am Tag entspricht. Die Anlage wurde in den 1970er-Jahren errichtet und entsprach daher nicht mehr den Anforderungen. Nachdem der Großteil der Sanierungsarbeiten abgeschlossen war, übernahm am 28. April dieses Jahres das Viehvermarktungskonsortium Kovieh die Führung. <Rechte_Copyright></Rechte_Copyright>