Dienstag, 28. Februar 2017

Bozner Stadtrat: „Stehen vor noch nie da gewesener Notlage“

Die Landeshauptstadt schlägt Alarm: Die Obdachlosenzahlen in Bozen steigen, die Stadt ist überfordert. Stadtrat Repetto spricht von einer „nie da gewesenen humanitären Notlage“. Bozen könne diese nicht weiter allein bewältigen, sagt Bürgermeister Caramaschi.

Geht es nach der Gemeinde, soll das Ex-Alimarket-Gebäude in Bozen Süd auch in den warmen Monaten für Obdachlose geöffnet bleiben.
Badge Local
Geht es nach der Gemeinde, soll das Ex-Alimarket-Gebäude in Bozen Süd auch in den warmen Monaten für Obdachlose geöffnet bleiben. - Foto: © D

Wie das Tagblatt „Dolomiten“ in seiner Dienstag-Ausgabe berichtet, werden sich Vertreter des Bozner Stadtrats heute mit Landeshauptmann Arno Kompatscher treffen und über das Thema Obdachlosenbetreuung in Bozen sprechen. Die Gemeinde möchte, dass der Ex-Alimarket nicht nur – wie vorgesehen – bis Ende März offen bleibt, sondern das ganze Jahr über. Damit soll vermieden werden, dass Obdachlose (darunter auch viele Flüchtlinge) ab dem Frühling wieder in Parks und unter Brücken schlafen.

Hilfe vom Land

Früher seien es „nur“ vorwiegend heimische Obdachlosen gewesen, die im Freien schliefen, nun jedoch sei die Zahl durch die Flüchtlingsbewegungen und die Immigration konstant im Ansteigen. „Wir brauchen einfach eine Anlaufstelle für diese Personen, einen Ort, wo sie auch duschen können“, betonte am Montag Sozialstadtrat Sandro Repetto. Die heutige Situation habe mit einer „klassischen Versorgung von Obdachlosen, die eine Stadt wie Bozen bewältigen kann” nur noch wenig gemein: “Heute stehen wir vor einer neuen, nie da gewesenen humanitären Notlage”, meinte Repetto.

Die Landeshauptstadt, unterstrich Bürgermeister Renzo Caramaschi, könne diese Situation nicht alleine in der Griff bekommen – deshalb das Treffen mit dem Land.

stol

stol