Seit Jahresbeginn haben die Beraterinnen des Europäischen Verbraucherzentrums mehr als 750 Informationsanfragen aus ganz Italien und auch aus dem Ausland telefonisch oder per E-Mail beantwortet.Dabei behandelten die fünf Frauen die unterschiedlichsten Thematiken und Argumente, manchmal auch ungewöhnliche: „Diese betreffen beispielsweise die Dauer der Gewährleistung oder die Kosten, um eine SMS im Roaming zu verschicken,“ erklärte Isolde Brunner, eine der Beraterinnen, “aber auch das Mieten einer Jacht oder eine angebliche Erbschaft von einem Tsunami-Opfer“.Nicht nur die Südtiroler und italienischen Verbraucher wenden sich an das EVZ Bozen, sondern auch Verbraucher aus der ganzen europäischen Union sowie Island oder Norwegen.Probleme italienischer Konsumenten mit ausländischen Firmen ... Im Jahr 2013 hat das EVZ Bozen fast 100 neue Fälle von italienischen Konsumenten betreut, die ein Problem mit einem ausländischen Unternehmen mit Sitz in einem der EU-Staaten hatten.So sind zum Beispiel drei Verbraucher aus dem Veneto mit einer spanischen Fluglinie nach Buenos Aires geflogen und mit mehr als zwölf Stunden Verspätung am Zielort angekommen.Die Konsumenten verlangten, wie von der europäischen Verordnung vorgesehen, eine Ausgleichszahlung von 600 Euro pro Person, welche ihnen von der Fluggesellschaft ohne Begründung verweigert wurde.Von Bozen aus wurde die Beschwerde den Kollegen in Madrid weitergeleitet, die die Fluggesellschaft erneut kontaktieren: „Den Kollegen ist es gelungen, eine Zahlung in Höhe von insgesamt 1800 Euro zu erreichen“, erzählte Monika Nardo, Juristin des EVZ, zufrieden.... und ausländischer Konsumenten mit italienischen Firmen werden behandeltIn weiteren 100 Fällen hat das EVZ in Bozen seit Jahresbeginn versucht, Beschwerden von Verbrauchern, die in einem anderen EU-Land wohnhaft sind, gegenüber einem italienischen Unternehmen zu lösen.So zum Beispiel der Fall einer Engländerin, die über eine italienische Seite eine Reise nach Zypern buchen wollte. Dies war jedoch nicht möglich, da das Angebot nicht für in England residierende Kunden gültig war.„Solche Diskriminierungen sollen nicht sein, wir arbeiten stark daran, ein möglichst offenes Europa zu ermöglichen“, so Monika Nardo.2013 bereits 54.200 Euro zurückgeholtIn diesem Jahr haben die Beraterinnen des EVZ bislang bereits 100 Fälle positiv abschließen können und dabei für die Konsumenten mehr als 54.200 Euro zurückgeholt.„Derzeit betreffen die häufigsten Reklamationen eine Kostenfalle im Zusammenhang mit der Bewertung von Gebrauchtwagen sowie Online-Buchungen von Reisen“, so die Beraterin Barbara Klotzner, „aber auch Mietwagen und eine deutsche Lotterie, die Südtiroler Konsumenten trotz eines entsprechenden Verbots mit Einladungen, am Spiel teilzunehmen, bombardiert."Es kommen auch Fälle vor, die eine wahre Herausforderung für die Beraterinnen darstellen, etwa, wenn es um ungewöhnliche Fälle wie Motoren, Photovoltaikanlagen oder einen Ackerpflug ging, erklärten die Frauen lachend.Eine der wichtigsten Aufgaben bestehe darin, der Europäischen Kommission Informationen und direkte Erfahrungen über die Verbraucherprobleme in Europa zu liefern.„Die Beraterinnen des EVZ Bozen haben das, was in Europa geschieht, ständig im Blick, in dem sie täglich aktiv an der Entwicklung des Verbraucherschutzes in der EU teilnehmen“, so Walther Andreaus, Direktor der Verbraucherzentrale Südtirol.liz____________________________________________________________________________________________Walther Andreaus im Gespräch mit STOL: