Mittwoch, 18. August 2021

Brände: Ein weiteres Todesopfer in Kalabrien

Die Brände in Süditalien haben ein weiteres Todesopfer erfordert. Die Leiche eines 78-Jährigen wurde in der Nacht auf Mittwoch in Acquaro in der Region Kalabrien entdeckt. Der Pensionist war von den Flammen eines Waldbrandes getötet worden, der auch sein Ackerland zerstört hatte.

Weiterhin wird Süditalien von zahlreichen Bränden heimgesucht.
Weiterhin wird Süditalien von zahlreichen Bränden heimgesucht. - Foto: © ANSA / US VIGILI DEL FUOCO / 111
Der Mann verließ sein Haus, nachdem er den Rauch bemerkt hatte, und wurde von den Flammen erfasst, als er versuchte, das Feuer zu löschen.

Die Leiche des Pensionisten wurde von Verwandten gefunden, die sich Sorgen machten, weil er nicht zu seinem Bauernhof zurückgekehrt war, berichteten lokale Medien. Der Senior ist das fünfte Opfer der Brände, die seit Wochen in der Region Kalabrien wüten.



Seit Anfang 2021 sind in Italien mehr als 140.000 Hektar Wald in Flammen aufgegangen. Nach Angaben des Europäischen Waldbrand-Informationssystems (Effis) der Europäischen Kommission brannten im Jahr 2017 141.000 Hektar. Dies wurde 2021 bereits übertroffen. 2018 brannten in Italien 14.000 Hektar, 2019 37.000 und im Vorjahr 53.000. Allein am Montag berichteten italienische Feuerwehren von rund 640 Brandeinsätzen in 24 Stunden.

Anwesen von Präsident Mattarella von Flammen heimgesucht

Am Dienstag wurde auch das Anwesen von Präsident Sergio Mattarella in Castelporziano bei Rom heimgesucht. Einige Bäume und ein kleiner Teil des mediterranen Buschwaldes fingen Feuer. Offenbar hatte jemand brennende Zündschnüre über die Begrenzungsmauer des Anwesens geworfen. Der Schaden beschränkte sich auf eine Fläche von lediglich 20 Quadratmetern.

Mattarella dankte den Bürgern, die den Brand gemeldet haben, sowie den Rettungskräften der Feuerwehr, deren rechtzeitiges Eingreifen schlimmere Folgen verhindern konnten. Die Staatsanwaltschaft Rom leitete eine Untersuchung ein. Der Bauerverband Coldiretti berichtete, dass die Feuer in Italien rund eine Milliarde Euro für Brandbekämpfung, Aufräumarbeiten und Wiederaufbau verschlugen hätten.

Dutzende Brände in Palermo

In der Provinz Palermo, wo die Temperaturen weiterhin hoch sind, wurden am Mittwoch Dutzende Brände gemeldet. Feuerwehrleute, Förster und Freiwillige des Zivilschutzes waren an verschiedenen Stellen im Einsatz. Die Flammen brachen in der Gegend von Altavilla aus, wo der Verkehr blockiert wurde.

Auch in den Hügeln entlang der Autobahn Palermo-Catania gab es Feuer. Der starke Wind wehte weiterhin stark auf Sardinien, vor allem im Norden der Insel herrschte höchste Brandgefahr.

dpa/stol