Nach einem großen Brand im Erdgeschoss eines Kondominiums mussten in der Nacht auf Dienstag 83 Menschen aus zwei Mehrfamilienhäusern in der Mailandstraße und der Alessandriastraße evakuiert werden. Eine Bewohnerin berichtet, wie sie und ihre Tochter die dramatischen Stunden erlebt haben.<BR /><BR /> <video-jw video-id="G6HQk5aD"></video-jw> <BR /><BR /><BR /><BR />Hausbewohnerin Petra-Theresia Degasperi wachte in der Nacht glücklicherweise selbst auf und konnte die Wohnung mit ihrer Tochter rechtzeitig über das Treppenhaus verlassen. Auf dem Weg nach unten weckte sie mehrere Nachbarn auf. Vom Feuer betroffen waren zwei Kondominien mit 36 Wohnungen.<BR /><BR /><BR />„Der Brand ist angeblich im Bereich des Hauses ausgebrochen, wo die Räder und Motorräder abgestellt werden. Dort ist alles abgebrannt. Das habe ich aber nicht mitbekommen. Aufgewacht bin ich, als ich ein komisches Geräusch gehört habe, so als würde etwas brodeln. Zuerst habe ich gedacht, ich träume, bin dann aber aufgestanden und habe die Balkontür geöffnet. Auf dieser einen Seite des Hauses war es nicht so schlimm. Den Rauch habe ich aber sofort gerochen“, erzählt sie.<BR /><BR /><BR />„Ich bin dann sofort in das Zimmer meiner Tochter, um sie zu wecken, aber sie war schon wach. In ihrem Zimmer habe ich das Feuer dann sofort gesehen, denn die Flammen reichten bereits bis zum vierten Stock. Das war gegen 2.40 Uhr“, berichtet Degasperi. Sie habe dann mit ihrer Tochter sofort die Wohnung verlassen und auf dem Weg ins Freie bei mehreren Nachbarn geklopft und geklingelt, damit sie ebenfalls ihre Wohnungen und das Haus verlassen. „Es war grausam, ein Albtraum. Denn das Treppenhaus war zu dem Zeitpunkt schon voller stickigem und giftigem Rauch, der im Hals einen stechenden Schmerz verursacht.“<BR /><BR /><BR />Als sie und ihre Tochter den Hauseingang erreicht hätten, seien dort schon mehrere Hausbewohner gewesen. Dann sei bald die Feuerwehr gekommen, die einige Zeit gebraucht habe das Feuer zu löschen, denn es habe stark gebrannt. <BR /><h3> „Ich merke, dass ich zittere. Der Schock kommt erst jetzt.“</h3><BR />„Ich habe immer wieder kleinere Explosionen gehört, wahrscheinlich von den Benzintanks in den Motorrädern. Die Menschen, die im ersten Stock leben, hatten Rauchvergiftungen. Ich selbst bin nicht ins Krankenhaus gefahren, aber mein Hals brennt auch jetzt noch“, so Petra-Theresia Degasperi am Vormittag, einige Stunden nach dem Brand. „Ich merke, dass ich zittere. Der Schock kommt erst jetzt. Vor zwei Wochen ist meine bettlägerige Mutter verstorben, die mit mir in der Wohnung gelebt hat, weil sie pflegebedürftig war. Wäre das Feuer ausgebrochen und sie in der Wohnung gewesen, weiß ich nicht, wie ich sie aus der Wohnung und aus dem Haus gebracht hätte.“<BR /><BR /><BR />Gegen 5.30 Uhr sei sie dann in ihre Wohnung im dritten Stock zurückgegangen, begleitet von den Feuerwehrleuten, „die die Rauchwerte gemessen haben.“ Der Schaden in der Wohnung sei beträchtlich. „Mehrere Fenster sind kaputt. Es ist alles schwarz. Bei einem Fenster hatte ich die Jalousien hochgezogen, bei den beiden anderen nicht. Sie sind zerstört. Es ist furchtbar. Obwohl drei Zimmer beschädigt sind, kann ich wenigstens in meiner Wohnung bleiben, auch wenn sie verqualmt ist.“ Leider müsse sie alles, was in ihrem Keller gewesen sei, wegschmeißen, „alles ist voller Ruß. Mir sind die Tränen gekommen, als ist das gesehen habe. Vielleicht kann ich mein Reservefahrrad noch retten.“ <BR /><BR /><BR />Die Flammen hätten bis zum vierten Stock hinaufgeschlagen, denn „auch die Fassade hat gebrannt, weil sie aus Styropor ist. Vor vielen Jahren wurde diese Isolierung, die aus Polystyrol zu sein scheint, angebracht. Vermutlich hat sie den Brand zusätzlich angefacht“, so Degasperi.<BR /><BR /><BR />Ob die Bewohner des ersten und zweiten Stocks in ihre Wohnungen zurückdürfen, war am Morgen noch ungewiss, weil durch den Brand auch Pfeiler beschädigt wurden. „Das Haus wurde 1976 gebaut. Einige Wohnungen gehören privaten Eigentümern, andere gehören dem Wohnbauinstitut.“<BR /><BR /><BR />Wie sich bei den Fahrrädern und den Motorrädern ein solcher Brand habe ausbreiten können, wisse sie nicht, betont Petra-Theresia Degasperi. „Der Bereich dort ist verfliest. Steckdosen für Elektroräder gibt es dort nicht. Aber die Experten der Berufsfeuerwehr waren vor Ort.“