Montag, 17. Mai 2021

Pfatten: Großbrand in der Mülldeponie von Frizzi Au gelöscht

Am Sonntagabend um kurz nach 22 Uhr erhielt die Notrufzentrale 112 einen Anruf über einen Brand im Freien bei der Mülldeponie Frizzi Au in Pfatten. Sofort rückten die Feuerwehren von Pfatten, Leifers und die Berufsfeuerwehr Bozen zum Einsatzort aus. Seit Montagmorgen, 8 Uhr, ist der Einsatz beendet. Die Betreibergesellschaft kümmert sich um die Nachlöscharbeiten.

Nach rund einer Stunde konnten die Flammen unter Kontrolle gebracht werden. - Foto: © FFW Leifers
Beim Eintreffen der ersten Mannschaften hatte sich der Brand am Sonntag bereits auf einer Front von rund 70 Metern ausgebreitet, der den südlichen Teil der Deponie betraf. Es brannten etwa 600 Kubikmeter Sperrmüll-Abfall, der teilweise bereits zerkleinert war.

Nach rund einer Stunde konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht werden. „Eine Mannschaft der Betreibergesellschaft baggert das Material nun auseinander, kontrolliert es und löscht, falls nötig, Reste“, sagt Oberbrandinspektor Florian Schroffenegger von der Berufsfeuerwehr Bozen. „Es wird benässt, damit es sich nicht wieder entzündet.“




Zu Beginn der Löscharbeiten herrschte ein leichter Südwind.
Brandgeruch konnte auch in mehreren Kilometern Entfernung wahrgenommen werden. „Der Wind hat dazu beigetragen, dass sich etwaige Schadstoffe in der Luft schnell verdünnt haben, sodass keine Gefahr für die Bevölkerung bestand“, erklärt Schroffenegger. Positiv sei auch der Regen gewesen, der in der Nacht gefallen sei.




Im Einsatz standen etwa 60 freiwillige Feuerwehrleute der Feuerwehren von Pfatten und Leifers und die Berufsfeuerwehr mit 13 Einsatzkräften und 2 Tankwagen, die Carabinieri, die Techniker der Umweltagentur des Landes und die Mitarbeiter von Ecocenter, die mit dem Bagger im Einsatz waren. Die Brandursache ist nicht bekannt. Auf vorsätzliche Brandstiftung deute aber nichts hin: „Sperrmüll kann sich leicht entzünden, wenn unsachgerecht entsorgte Batterien oder chemische Substanzen darunter sind“, erklärt Schroffenegger.



Wegen Brandgefahr wird Sperrmüll auf separater Halde gelagert

Aus diesem Grund werde das Material bis zu seiner Verbrennung im Bozner Müllofen nicht im dortigen Gebäude gelagert: „Das ist ein ebener Platz, neben dem Müllhaufen. Das Material wird benässt und geschreddert, bevor es der Müllverbrennung zugeführt wird“, erklärt Schroffenegger. „In diesem Fall hat man gesehen, dass diese Art der Lagerung sinnvoll ist.“

Batterien oder chemische Stoffe dürften gar nicht im Sperrmüll landen – „aber wir wissen alle, dass die Mülltrennung nicht von jedem gewissenhaft durchgeführt wird – leider.“

Die Landesumweltagentur hat vor Ort Messungen durchgeführt. Florian Schroffenegger geht aber nicht davon aus, dass etwaige Schadstoff-Grenzwerte in der Luft überschritten worden sein könnten.

stol