Samstag, 22. Juni 2019

Brand in Feuerzeug-Fabrik in Indonesien: Verdächtige festgenommen

Nach einem Brand in einer Feuerzeug-Fabrik in Indonesien mit 30 Toten hat die Polizei zwei Verdächtige festgenommen. Der Polizeichef der Stadt Binjai teilte am Samstag mit, bei dem Mann und der Frau handle es sich um den Besitzer und die Aufseherin des Betriebs. Sie wurden kurz nach dem Brand in Nord-Sumatras Hauptstadt Medan festgenommen.

Mindestens 30 Menschen verloren in den Flammen ihr Leben.
Mindestens 30 Menschen verloren in den Flammen ihr Leben.

Bei einer Verurteilung wegen Fahrlässigkeit drohen ihnen bis zu 5 Jahre Haft. Die Fabrik in einem als Wohnhaus vermieteten Gebäude in Binjai war am Freitag in Brand geraten.

Zunächst war von einer Streichholz-Fabrik die Rede gewesen, die Ermittlungen ergaben aber, dass dort Feuerzeuge hergestellt wurden. Den Ermittlern zufolge hatte eine Arbeiterin ein Feuerzeug getestet, das dann aber explodierte. In Panik warf die Frau das Feuerzeug weg. Es landete auf einem Stapel mit tausenden fertigen Feuerzeugen, die dann ebenfalls explodierten.

Das Feuer breitete sich schnell im gesamten Gebäude aus, das hauptsächlich aus Holz bestand. Die Opfer konnten nicht fliehen, weil die Vordertür abgeschlossen war. 25 Arbeiterinnen und 5 Kinder kamen in den Flammen ums Leben.

In Indonesien kommt es wegen mangelhafter Sicherheitsbestimmungen, die zudem oftmals nicht eingehalten werden, immer wieder zu größeren Bränden. Ein weiteres Sicherheitsrisiko stellen Wohnungen dar, die gleichzeitig als Produktionsstätten genutzt werden. Auch für die Feuerzeug-Fabrik in Binjai hatte der Besitzer keine Genehmigung.

2017 starben bei einem Feuer in einer Feuerwerks-Fabrik außerhalb der Hauptstadt Jakarta mindestens 46 Menschen, dutzende weitere wurden verletzt. Bei Bränden in Karaoke-Bars auf den Inseln Sulawesi und Sumatra kamen 2015 und 2009 17 beziehungsweise 20 Menschen ums Leben.

apa/afp 

stol