Mittwoch, 06. September 2017

Brand in Müllentsorgungsfirma in der Lombardei

In einer Firma zur Entsorgung von Giftmüll in der Industriezone von Mortara unweit der Stadt Pavia in der Lombardei ist am Mittwochvormittag ein großer Brand ausgebrochen.

Eine dichte Rauchwolke war aus weiter Entfernung zu sehen.
Eine dichte Rauchwolke war aus weiter Entfernung zu sehen. - Foto: © shutterstock

Eine dichte Rauchwolke war aus mehreren Kilometern Entfernung zu sehen. Die Behörden warnten vor Dioxin, das wegen des verbrannten Materials in die Luft steigen könnte.

Wie die Gemeinde mitteilte, sollten die Anrainer Ruhe bewahren, die Fenster geschlossen halten und auf Aktivitäten im Freien verzichten. Vermutlich sei Plastik in Brand geraten, berichteten italienische Medien.

Die Behörden untersuchten die Luft auf eventuelle Schadstoffe. Der Brand sei unter Kontrolle. Um ihn zu löschen, seien jedoch noch mehrere Stunden notwendig, berichteten die Behörden. Sieben Feuerwehrmannschaften waren im Einsatz.

Hochgiftig und krebserregend

Dioxine sind hochgiftig und gelten schon in geringen Mengen als krebserregend. Als „Seveso-Gift“ erlangten sie traurige Bekanntheit: Am 10. Juli 1976 entwich aus einer Chemiefabrik im italienischen Seveso Dioxin-Gase.

Der Unfall hatte weitreichende Folgen für Bevölkerung, Politik und Industrie. Die Giftwolke hatte keine Todesopfer gefordert, Hunderte Einwohner waren jedoch gezwungen, ihre verseuchten Häuser zu verlassen.

Fast 200 Menschen, darunter viele Kinder, erlitten schwere und zum Teil langwierige Gesundheitsschäden. Langzeitstudien ergaben, dass auch Jahre nach der Katastrophe die Zahl von Tumor- und Diabetes-Erkrankungen in der Region überdurchschnittlich hoch war.

apa

stol