Sonntag, 18. Juli 2021

Brand in Strafanstalt von Genua – 50 Insassen evakuiert

Wegen eines Brandes in der Strafanstalt der italienischen Stadt Genua sind am Samstagabend 50 Gefängnisinsassen evakuiert worden.

In Genua musste ein Gefängnis evakuiert werden.
In Genua musste ein Gefängnis evakuiert werden. - Foto: © shutterstock
Der Brand wurde von einem Sträfling in einer Zelle gelegt und verbreitete sich rasch im ersten Stockwerk des Gefängnisses, wie italienische Medien berichteten.

Die Gefängnisaufseher brachten die 50 Insassen des Stockwerks in Sicherheit, auch den Mann, der das Feuer gelegt hatte. Drei Gefängnisaufseher, die viel Rauch eingeatmet hatten, mussten behandelt werden. Die Gewerkschaften der Gefängnisaufseher kritisierten die schlechten Haftbedingungen in der Strafanstalt in Genua.

Der italienische Ministerpräsident Mario Draghi hatte diese Woche eine tiefgreifende Reform des Gefängnissystems versprochen. So will sich seine Regierung für eine Entlastung der chronisch überbelegten Strafanstalten einsetzen. Außerdem sollen Gefängnisse modernisiert werden. Dies soll auch mithilfe von EU-Finanzierungen erfolgen, die Italien im Rahmen des Corona-Wiederaufbauprogramms der EU erhält.

Draghi hatte am Mittwochnachmittag die süditalienische Haftanstalt von Santa Maria Capua a Vetere besucht. Die Strafanstalt war wegen eines Falls schwerer Misshandlung von Sträflingen durch Gefängnisaufseher nach einer darauffolgenden Häftlingsrevolte im Frühjahr 2020 ins Rampenlicht geraten. Die Misshandlungen waren durch einige Videos dokumentiert worden.

apa

Alle Meldungen zu: