In der Neujahrsnacht war in der Bar „Le Constellation“ in Crans-Montana ein verheerender Brand ausgebrochen. Insgesamt 41 Menschen kamen ums Leben, mehr als 100 wurden verletzt. Das Feuer wurde laut bisherigen Erkenntnissen durch Wunderkerzen ausgelöst, die an Sektflaschen befestigt waren.<BR /><BR /><BR />Im Zentrum der Ermittlungen steht der Betreiber der Bar, Jacques Moretti. Gegen ihn wird wegen möglicher Sicherheitsmängel und Verantwortung für die Katastrophe ermittelt.<h3> Moretti muss sich Fragen der Opferanwälte stellen</h3>Am Mittwoch wurde Moretti von der Walliser Justiz erneut einvernommen. Es handelt sich um seine dritte Befragung, die zweite als Beschuldigter. Dabei wurde er mit Aussagen von Sicherheitsverantwortlichen konfrontiert, insbesondere zu Brandschutzmaßnahmen, zur Anzahl der anwesenden Gäste und zum möglichen Alkoholausschank an Minderjährige.<BR /><BR />Auch Vertreter der Opferfamilien nahmen an der Anhörung teil. Eine Mutter zweier schwerverletzter Schwestern erklärte vor der Einvernahme, sie erwarte vor allem Antworten: „Die Wahrheit. Nicht mehr und nicht weniger.“<BR /><BR />Die Anhörung soll dazu beitragen, die Verantwortlichkeiten und den genauen Ablauf der Tragödie weiter zu klären.<BR /><BR />Wie mehrere Medien berichten, kam es auch zu einem privaten Gespräch zwischen der Mutter und Moretti. Während einer Pause sollen sie sich mit ihren Anwälten rund 20 Minuten lang im Nebenraum des Gerichtsgebäudes zurückgezogen haben. <BR /><BR />Der Anwalt der Mutter bezeichnete das Treffen als „intensiven Moment“ und als wichtigen Schritt, um das Geschehene auf menschlicher Ebene zu verarbeiten. Zum Inhalt des Gesprächs wurden keine weiteren Details bekannt gegeben.<h3> Italienische Ermittler ebenfalls eingeschaltet</h3>Da sich unter den Opfern auch mehrere italienische Staatsbürger befinden, sind auch italienische Behörden in die Ermittlungen eingebunden. Die Staatsanwaltschaft in Rom ordnete die Beschlagnahme von Mobiltelefonen italienischer Opfer und Überlebender an, um Fotos und Videos auszuwerten und den Tathergang zu rekonstruieren.<BR /><BR />Zudem ist ein Treffen zwischen italienischen und Schweizer Ermittlern geplant, um die bisherigen Erkenntnisse abzugleichen und die Zusammenarbeit zu koordinieren.<BR /><BR />Die Brandkatastrophe hat zu Spannungen zwischen der Schweiz und Italien geführt, insbesondere wegen Kritik an der bisherigen Aufarbeitung des Falles.