Samstag, 28. September 2019

Brasilianischer Ex-Generalstaatsanwalt wollte Richter ermorden

Der frühere brasilianische Generalstaatsanwalt Rodrigo Janot hat nach eigenen Angaben vor zweieinhalb Jahren Mordpläne gegen einen Richter am Obersten Gerichtshof geschmiedet. Er habe im Mai 2017 in „blinder Wut“ eine geladene Pistole in seinen Gürtel gesteckt, um den Richter Gilmar Mendes zu erschießen, berichtete Janot der Zeitung „O Estado de S. Paulo“ vom Freitag.

Eine Pistole sollte als Tatwaffe dienen.
Eine Pistole sollte als Tatwaffe dienen.

Die Episode wird auch in Janots Autobiografie „Nada menos que tudo“ (Nichts weniger als alles) erzählt, die kommende Woche erscheint. In dem Zeitungsinterview berichtete Janot, der von 2013 bis 2017 Generalstaatsanwalt war, er habe Mendes nicht nur „bedrohen“, sondern „umbringen“ wollen. „Ich wollte ihn töten und dann mich selber umbringen“, sagte der 63-Jährige. Nur „die Hand Gottes“ habe ihn davon abgehalten, seinen Plan in die Tat umzusetzen.

Janot hatte als Generalstaatsanwalt gegen zahlreiche Politiker ermittelt. Er war unter anderem an den Ermittlungen in der riesigen Korruptionsaffäre „Lava Jato“ (Autowäsche) um den Staatskonzern Petrobras beteiligt, die Politiker und Unternehmer ins Gefängnis brachte. Janot und Mendes waren schon seit Jahren Feinde gewesen. Seine mörderischen Absichten begründete Janot mit einer „Lügengeschichte“ über seine Tochter, die der Richter weitererzählt habe.

Janots Geständnis sorgte in Brasilien für großes Aufsehen und rief auch Polizei und Justiz auf den Plan. Die Polizei durchsuchte am Freitag auf Betreiben des Obersten Gerichtshofs die Wohnung und das Büro des früheren Generalstaatsanwalts, um die Schusswaffe zu beschlagnahmen. Der Oberste Gerichtshof untersagte Janot zudem, sich seinen Richtern zu nähern. Richter Mendes empfahl ihm, sich „psychiatrische Hilfe“ zu holen.

apa/afp 

stol