Sonntag, 03. November 2019

Brasilien macht griechischen Tanker für katastrophale Ölpest verantwortlich

Für die Ölpest an der Nordostküste Brasiliens haben die Behörden einen Tanker verantwortlich gemacht, der unter griechischer Flagge fährt. Der Öltanker sei der „Hauptverdächtige“, das Öl stamme aus Venezuela, erklärte das brasilianische Verteidigungsministerium.

Verzweifelt versucht man die Küsten zu säubern.
Verzweifelt versucht man die Küsten zu säubern. - Foto: © APA/afp / ANTONELLO VENERI

Seit 2 Monaten werden die Strände im Nordosten Brasiliens durch Rohöl verseucht. Auf einer Länge von mehr als 2500 Kilometern finden die Helfer immer wieder Ölklumpen, tote Vögel und Meeresschildkröten. Inzwischen sind auch Riffe und andere sensible Ökosystem betroffen.Bisher hatten die Behörden keinen Verantwortlichen benannt.

Umweltgruppen werfen der brasilianischen Regierung unter Präsident Jair Bolsonaro vor, die Ölpest bisher weitgehend ignoriert und kaum Mittel für deren Bekämpfung zur Verfügung gestellt zu haben. Experten sprechen von der bisher schwersten Umweltkatastrophe in diesem Teil Brasiliens.





Einwohner des Urlaubsgebiets mit seinen teils paradiesischen Stränden hatten sich verzweifelt selbst an die Säuberung der Küste gemacht – weil die Behörden spät oder kaum reagierten. Zuletzt hatte sich aber auch das Militär an den Säuberungsaktionen beteiligt. Inzwischen wurden laut Armee mehr als 1.000 Tonnen Ölrückstände wieder eingesammelt.

Die Bundespolizei in Brasilien gab unterdessen bekannt, dass es Durchsuchungen bei einem Unternehmen in Rio de Janeiro gebe, das in Verbindung zu dem Öltanker stehe. Laut Verteidigungsministerium war der Öltanker auf dem Weg nach Südafrika.

Unklar ist demnach noch, ob das Auslaufen des Öls durch einen Unfall verursacht wurde oder ob es einen kriminellen Hintergrund gibt. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem Schaden durch die Ölpest in „unermesslicher“ Höhe.

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dpa