Sein Abschuss war heftig umstritten. Bruno war am 20. Mai 2006 der erste Bär, der nach 170 Jahren die Tatzen auf bayerischen Boden setzte. Der Bär sei «willkommen», erklärte Bayerns damaliger Umweltminister Werner Schnappauf (CSU). <BR /><BR />Das berichtet die Deutsche Nachrichtenagentur, die den Fall zum Jahrtag aufarbeitet. Doch Bruno benahm sich nicht entsprechend. Er riss mehr Schafe als er fressen konnte, stahl Geflügel und Honig - und kam gefährlich nah an Siedlungen. Die Stimmung kippte: Das Tier sei ein Problembär. Wochenlang versuchten Behörden, den Bären einzufangen. <BR /><BR />Finnische Bärenjäger wurden eingeflogen, der WWF stellte eine Spezialfalle aus den USA auf. Gleichzeitig wurde Bruno im Internet als Freiheitsheld gefeiert. T-Shirts mit Aufschriften wie „JJ Guevara" oder „Mich kriegt ihr nie" machten die Runde, weltweit berichteten Medien über den Bären. <h3> Bruno wurde am 26. Juni 2006 abgeschossen</h3>Am 26. Juni 2006 wurde Bruno schließlich abgeschossen. Die Entscheidung war heftig umstritten, der Schütze blieb wegen massiver Drohungen anonym. Heute steht Bruno ausgestopft im Münchner Museum Mensch und Natur. Die Debatte um den Umgang mit Braunbären hält bis heute an. Im Trentino ist die Population mittlerweile auf mehr als 100 Tiere angewachsen, immer wieder kommt es zu Zwischenfällen mit Menschen. 2023 wurde dort ein Jogger von der Bärin Gaia (JJ4), einer Schwester Brunos, tödlich attackiert. <BR /><BR />Gaia lebt inzwischen im Alternativen Wolf- und Bärenpark im Schwarzwald. Experten sehen menschliches Fehlverhalten oft als Ursache für problematisches Verhalten der Tiere. „Fehlverhalten der Tiere ist zu 99 Prozent auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen", sagt Christopher Schmidt vom Bärenpark. Gleichzeitig betonen Fachleute, dass Gefangenschaft für Wildtiere großes Leid bedeuten könne. <BR /><BR />Deshalb werde inzwischen auch ein Abschuss in manchen Fällen als tierschutzrechtlich vertretbar angesehen. Für Museumsdirektor Michael Apel bleibt Bruno ein Symbol für die grundlegende Frage: „Wie viel Wildnis wollen wir zulassen?" Die Wiederansiedlung der Bären sei ein Erfolg des Naturschutzes - gleichzeitig müsse die Gesellschaft lernen, mit großen Wildtieren verantwortungsvoll umzugehen.