Mittwoch, 18. Januar 2017

Breivik-Anwalt: "Sollte Besuch bekommen dürfen"

Der Anwalt des norwegischen Massenmörders Anders Behring Breivik hat zum Ende des Berufungsprozesses um die Haftbedingungen des Verbrechers das Recht auf mehr Besuch für seinen Mandanten gefordert.

Der Anwalt von Anders Behring Breivik fordert Besuchsrecht für seinen Mandanten.
Der Anwalt von Anders Behring Breivik fordert Besuchsrecht für seinen Mandanten. - Foto: © LaPresse

Die Regeln, von wem Breivik Besuch empfangen dürfe, seien zu streng, erklärte Øystein Storrvik am Mittwoch im Gericht. „Man kann argumentieren, dass das seine eigene Schuld ist, wenn er sagt, dass er nur Rechtsextreme treffen will“, sagte der Anwalt. Tatsache sei aber, dass er keinen Besuch bekomme.

Breivik hatte wegen seiner Isolationshaft gegen den Staat geklagt und teilweise Recht bekommen. Ein Gericht hatte geurteilt, dass die Länge und die schlechte Begründung der Isolation Breiviks Menschenrechte verletzten. Gegen das Urteil hatten beide Seiten Berufung eingelegt.

Breiviks Verhalten „tadellos“

In dem neuen Prozess hatte der Terrorist Umgang mit Mitgefangenen gefordert. Dem professionellen „Besuchsfreund“, für den das Gefängnis seit Januar vergangenen Jahres 164.000 Kronen (18.000 Euro) bezahlt habe, könne sich Breivik nicht anvertrauen, sagte Storrvik. Nur mit einem Priester und seinem Anwalt könne er im Vertrauen sprechen.

Breiviks Verhalten im Gefängnis beschrieb sein Anwalt als tadellos. Um seine mentale Gesundheit stehe es aber nicht gut. „Das ist ganz gesunder Menschenverstand, dass, wenn er mit solchen Problemen alleine ist, diese schlimmer werden“, sagte Storrvik am Mittwoch. Der Rechtsextremist selbst hatte im Prozess erklärt, es gehe ihm gut.

Breivik hatte im Sommer 2011 in Oslo und auf der Insel Utøya 77 Menschen getötet. Ein Urteil zu den Haftbedingungen sollte im Februar verkündet werden.

dpa

stol