Sonntag, 15. Mai 2016

Brenner: Schaden geht in die Zehntausende

Auch eine Woche danach ist die Chaos-Demonstration am Brenner noch kein abgeschlossenes Kapitel. Wie Medien am Sonntag berichten, sollen weitere Anzeigen folgen. Und: Die Summe des Schadens, den die Demonstranten am Brenner anrichteten, soll mittlerweile feststehen.

Foto: DLife
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Sie kamen vermummt, mit Knüppeln und Gasmasken: Hunderte Demonstranten, die dem sogenannten Black Block angehören sollen, haben sich vor einer Woche mit den italienischen Sicherheitskräften eine Straßenschlacht am Brenner geliefert. Eigentlich sollte gegen eine Grenzschließung demonstriert werden. Doch der Protest artete, wie schon zwei vorhergehende am Brenner, komplett aus. Am Ende standen mehrere Verletzte, Schäden, Anzeigen und Festnahmen.

Wie berichtet, wurden die sechs Verhafteten am Brenner mittlerweile in einem Schnellverfahren zu Haftstrafen verurteilt. Über zwei von ihnen verhängte der Richter ein Aufenthaltsverbot für Südtirol. Am Ende der Woche sprach der Bozner Quästur zudem zwölf Aufenthaltsverbote für den Brenner gegen die sechs Verhafteten und weitere Angezeigte aus. Sie gelten für mehrere Jahre. Und: Auch eine Woche nach der Gewalt-Demo laufen die Ermittlungen weiter.

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Mit 50 weiteren Anzeigen wird gerechnet

Wie „Trentino Corriere Alpi“ am Sonntag online berichtet, sollen in Kürze weitere Anzeigen folgen. Es geht unter anderem um die Unterbrechung eines öffentlichen Dienstes, Sachbeschädigung und das Tragen von Waffen. Die Rede ist von mindestens 50 Anzeigen, die noch folgen sollen.

Die meisten kamen aus Nord- und Mittelitalien

Zudem werde damit gerechnet, dass man rund 200 Demonstranten noch identifizieren könne. Rund 40 Stunden Filmmaterial soll im Zuge der Ermittlungen noch ausgewertet werden.

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Wie man bisher weiß, stammen die Demonstranten vom 7. Mai aus dem Trentino, aus dem Veneto, der Lombardei, aus Sardinien, aus Emilia-Romagna, aus den Marken und sogar aus Sizilien. Auch ein Kroate fand sich unter den Verhafteten. Südtiroler sollen nur vereinzelt an der Demo am Brenner teilgenommen haben.

Autos beschädigt, Geschäfte verwüstet

Doch damit nicht genug: Auch die Geschädigten der Demo wollen sich wehren. Die Demonstranten haben am vergangenen Wochenende ein Bild der Verwüstung am Brenner hinterlassen. Sie sollen Autos beschädigt, Geschäfte verwüstet und Feuerlöscher von den Wänden gerissen haben. Private, doch auch die Österreichischen Bundesbahnen ÖBB und der Streckenbetreiber RFI (Rete Ferroviaria Italiana) haben, dem Bericht von „Trentino Corriere Alpi“ zufolge, Forderungen gestellt. Insgesamt soll ein Schaden in der Höhe von 50.000 Euro entstanden sein, heißt es im Artikel.

Von den wirtschaftlichen Einbußen ganz zu schweigen: Mitte der Woche hatte Maximilian Wild, der Geschäftsführer des Outlets am Brenner, verlauten lassen, dass jede Demonstration gut 200.000 Euro koste (hier gelangen Sie zum vollständigen Artikel).

stol

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