Mittwoch, 05. Januar 2022

Brenner-Transit 2021 fast auf Rekordniveau

Der transitierende Schwerverkehr ist in Nordtirol im Jahr 2021 nach einem kurzen Rückgang im ersten Pandemiejahr wieder angestiegen. 2,45 Millionen Transit-Lkw wurden laut Medienberichten bei der Mautstelle Schönberg der Brennerautobahn (A13) vom Autobahnbetreiber Asfinag gezählt. Damit wurde fast das Rekordniveau von 2019 erreicht, damals donnerten 2,47 Millionen Lkw über den Brenner.

2021 fuhren wieder deutlich mehr Lkw über den Brenner.
2021 fuhren wieder deutlich mehr Lkw über den Brenner. - Foto: © APA - Stefan Pucher
Im Jahr 2020 wurde ein Rückgang von 6,3 Prozent verzeichnet. Diese pandemiebedingte Entwicklung war angesichts der aktuellen Zahlen also nur von kurzer Dauer. Der Pkw-Verkehr ging dagegen zurück. Im Vorjahr fuhren 8,87 Mio. Pkw über den Brenner, im Vor-Pandemiejahr 2019 waren es noch rund 11 Mio. Autos. Die Gesamtverkehrsfrequenz stieg aber von 9,95 Mio. auf 11,5 Mio. Fahrten, hieß es.

Für das Transitforum Austria-Tirol dient dieses „kranke, wettbewerbsverzerrende und wettbewerbswidrige Hin- und Hergekarre im Binnenmarkt“ lediglich dazu, „Dumping vor Qualität zu reihen“. „Es geht nicht um die 'Erbsenzählerei', ob nun am Ende eines Jahres zwei, drei oder mehr Prozent Lkw-Transit zu verzeichnen sind: Es geht darum, ob sich Abgas-, Lärm-, Stau- und Regionalwirtschaftsbelastungen reduzieren oder zunehmen“, meinte Obmann Fritz Gurgiser in einem schriftlichen Appell an die Politik.

Tirols ÖVP-Verkehrssprecher LAbg. Florian Riedl wiederum sah in den aktuellen Schwerverkehrszahlen den Beweis, dass die „Tiroler Antitransitmaßnahmen weiter alternativlos sind“. Blockabfertigungen und Abfahrverbote werde es daher weiterhin geben, „solange sich die Verkehrszahlen in dieser Größenordnung bewegen“. Zudem müsse aber in den Lärmschutz investiert und die Verlagerung von der Straße auf die Schiene vorangetrieben werden. Bei den Lärmschutzmaßnahmen nahm er die Asfinag und das grüne Verkehrsministerium in die Pflicht. Mauteinnahmen sollten dort investiert werden, „ wo die Verkehrsbelastung am höchsten ist“, meinte er.

Das Bundesland Tirol drosselt seit Jahren, zuletzt an mehreren Dutzend Tagen im Jahr, den Lastverkehr auf der viel befahrenen Inntalautobahn, die Oberbayern mit Italien verbindet. Die Maßnahmen sorgen in Bayern immer wieder für großen Verdruss, wenn sich die Lastwagen wegen der Blockabfertigung teils über weit mehr als 50 Kilometer bis ins Münchner Umland stauen. Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer sagte: „Die Tiroler Blockabfertigung bringt keine Lösung, sie führt nur zu noch mehr Verkehrsproblemen.“ Die Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer stünden stundenlang im Stau und könnten oft nicht einmal auf die Toilette gehen. „Gerade sie sorgen trotz der Pandemie sieben Tage die Woche dafür, dass in den Läden die Regale voll sind.“

apa/dpa