Gerade das Wochenende nach Pfingsten zählt zu den verkehrsreichsten des Jahres. Durch die Feiertagskonstellation rund um Pfingsten, den italienischen Staatsfeiertag am 2. Juni und Fronleichnam am 4. Juni wird ein außergewöhnlich hohes Verkehrsaufkommen erwartet. Viele Urlaubsgäste reisen an oder ab und die Erreichbarkeit Südtirols ist in diesen Tagen ein zentraler Faktor für die Tourismuswirtschaft.<BR /><BR />„Eine derart kurzfristige und unabgestimmte Sperre einer der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Europas trifft Südtirols Gastbetriebe ins Mark“, betont der Präsident des Hoteliers- und Gastwirteverbandes (HGV), Klaus Berger. Staus, Verzögerungen und Unsicherheiten bei der Anreise führen nicht nur zu großem Unmut bei den Gästen, sondern im schlimmsten Fall auch zu Stornierungen und wirtschaftlichen Einbußen.<h3> „Keine lokale Verkehrsachse“</h3>Besonders kritisch sieht der HGV die fehlende Abstimmung mit den betroffenen Regionen südlich des Brenners. Eine Maßnahme mit derart weitreichenden Auswirkungen hätte aus Sicht des HGV zwingend im Vorfeld grenzüberschreitend koordiniert werden müssen. „Der Brennerkorridor ist keine rein lokale Verkehrsachse, sondern eine europäische Lebensader für Wirtschaft und Tourismus. Entscheidungen dieser Tragweite dürfen nicht einseitig getroffen werden“, so HGV-Präsident Klaus Berger. <BR /><BR />Die Gäste im Tiroler Wipptal können die Brennerautobahn und die Staatsstraße benutzen. „Dies ist eine nicht nachvollziehbare Ungleichbehandlung gegenüber den Gästen südlich des Brenners“, kritisiert HGV-Direktor Raffael Mooswalder. <BR /><BR />Der Verband unterstreicht, dass das Demonstrationsrecht ein hohes Gut ist. Gleichzeitig müsse jedoch sichergestellt werden, dass zentrale Verkehrsinfrastrukturen nicht in einer Weise beeinträchtigt werden und dadurch ganze Wirtschaftssektoren und Regionen in Geiselhaft genommen werden. <BR /><BR />Abschließend appelliert der HGV an alle zuständigen Stellen, kurzfristig Maßnahmen zu prüfen, um die Auswirkungen der Sperre bestmöglich abzufedern, sowie künftig eine engere grenzüberschreitende Abstimmung sicherzustellen. <h3> SWR: „Das ist völlig inakzeptabel“</h3>Nicht nur der HGV, auch die anderen Wirtschaftsverbände reagieren mit Unverständnis: „Wir sprechen selbstverständlich niemanden das Recht zu Demonstrieren ab“, stellt der Präsident des Südtiroler Wirtschaftsrings, Lukas Brunner, klar. „Mit Verkehrsbelastungen haben ja nicht nur unsere Nordtiroler Nachbarn zu kämpfen, auch in Südtirol sind wir vielerorts von Verkehrsüberlastung betroffen“, so Brunner. <BR /><BR />„Eine so weitreichende Protestmaßnahme wie die gleichzeitige Sperrung der Brennerautobahn und der Brennerstraße, ohne jegliche Vorabsprache mit den Nachbarregionen, an einem so schwierigen Reisewochenende, ist nicht nur für die Wirtschaftsvertreter in Südtirol völlig inakzeptabel.“ <BR /><BR />„Das führt mit Sicherheit zu gravierenden Folgeproblemen, die vor allem auf dem Rücken der Nachbarregionen lasten werden“, ist der SWR-Präsident überzeugt. <BR /><BR />Auch wird laut Lukas Brunner eine solche Radikalmaßnahme keinen konkreten Beitrag zu einer Lösung oder Besserung der Situation leisten. Deshalb appelliert der Südtiroler Wirtschaftsring auch an die Initiatoren, diese Form des Protestes noch einmal zu überlegen und von einer Totalsperre definitiv abzusehen.