Dienstag, 11. August 2020

Bär und Wolf schlagen erneut zu: Schafe und Ziegen gerissen

Bei den Tierzüchtern und Bauern im Fleimstal ist das Maß nun definitiv voll. Wie das Tagblatt „Dolomiten“ berichtet, wurden auf einer Alm am Manghenpass erneut 2 Schafe gerissen und 2 Ziegen so schwer verletzt, dass sie notgeschlachtet werden mussten. Unter dringendem Tatverdacht steht Problembär M49. Und auch der Wolf hat wieder zugeschlagen.

Alles deutet darauf hin, dass M49 wieder zugeschlagen hat.
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Alles deutet darauf hin, dass M49 wieder zugeschlagen hat. - Foto: © ANSA / FACEBOOK SERGIO COSTA
Bei den Tierzüchtern und Bauern im Fleimstal ist das Maß nun definitiv voll. Auf einer Alm am Manghenpass wurden erneut 2 Schafe gerissen und 2 Ziegen so schwer verletzt, dass sie notgeschlachtet werden mussten. Alles deutet darauf hin, dass Problembär M49 der Täter ist. Dieser hält sich seit seinem Ausbruch aus dem Gehege von Casteller bei Trient nämlich in der Gegend auf.

„Bringe Bären persönlich zu Minister Costa“

„Das ist das Ende der Almwirtschaft“, sagt Alberto Nones von der nahe des Manghenpasses gelegenen Agnelezza-Alm und Präsident des Ziegenzuchtvereines Fleimstal zornig. Erneut haben Großraubtiere in der Nacht auf Sonntag zugeschlagen. Diesmal auf seiner Alm. Zwar ist noch nicht restlos geklärt, ob Wölfe die Schafe und Ziegen gerissen haben oder ein Bär.

Doch nicht nur er vermutet, dass es sich beim Täter um M49 handeln dürfte. Auch die Beamten der Forstbehörde meinen, dass der Problembär für die gerissenen Tiere verantwortlich sein dürfte. Sie verfolgen M49 seit seinem Ausbruch aus dem Gehege. Und laut Forstbehörde hält er sich derzeit in der Gegend rund um die Agnelezza-Alm auf.

Nach wie vor versuchen die Beamten, den Problembären wieder einzufangen. Zu diesem Zweck wurden weitere Fallen aufgestellt. „Und wenn sie ihn eingefangen haben, bringe ich ihn auf eigene Kosten nach Rom zu Minister Costa, zumal er ihm so zu gefallen scheint.“

In der Gegend um den Manghenpass geht indes die Angst um. Doch nicht nur dort. Denn wie M49 in Vergangenheit gezeigt hat, kann er schnell von einer Gegend in die nächste wechseln. Der Weg quer durchs Fleimstal nach Südtirol wäre für ihn kein weiter. Und er hat sich bereits 2 Mal auf Südtiroler Boden aufgehalten, Bienenstöcke zerstört, Tiere gerissen und auch vor dem Menschen keine Scheu gezeigt.

Fugatti will mit Costa weiteres Vorgehen besprechen

Bei einem Treffen in Rom will der Trentiner Landeshauptmann Maurizio Fugatti mit Umweltminister Costa das weitere Vorgehen mit den Bären im Trentino besprechen. Zum einen soll eine Entscheidung fallen, wohin M49, einmal eingefangen, gebracht werden soll. Zum anderen fordert Fugatti eine Obergrenze von maximal 60 Bären für das Trentino. Derzeit leben dort über 90 Exemplare.

Auch der gesamtstaatliche Landwirtschaftsverband Coldireti fordert eine Lösung zum Schutz der Berglandwirtschaft. M49 sei nur die Spitze des Eisberges einer Situation, die außer Kontrolle geraten ist.

Hat der Wolf auf der Lavitz-Alm schon wieder zugeschlagen?


Und auch die Nachrichten über gerissene Schafe reißen nicht ab: Am Sonntag entdeckte der Hirte der Lavitz-Alm einen weiteren Kadaver eines Schafes. Auch ein verendetes Reh fand er. Erst vor wenigen Tagen waren mehrere Schafe in dem Gebiet gerissen worden.

„Wir vermuten, dass auch hier wieder der Wolf zugeschlagen hat“, sagt Stefan Messner, der Vize-Obmann der Interessentschaft Lavitz-Alm und Pfitscher Bauernbund-Ortsobmann dem Tagblatt.


em

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