Mittwoch, 02. Dezember 2020

Briten beginnen nächste Woche mit Corona-Impfungen

Großbritannien hat als erstes Land den Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer zugelassen. Bereits in der kommenden Woche soll dort mit Impfungen begonnen werden, wie Gesundheitsminister Matt Hancock am Mittwoch ankündigte.

Impfpläne quer durch Europa werden immer konkreter.
Impfpläne quer durch Europa werden immer konkreter. - Foto: © AFP / JOEL SAGET
„Der Impfstoff wird ab nächster Woche in ganz Großbritannien erhältlich sein. Das sind sehr gute Nachrichten.“ Es ist die erste Zulassung für den Impfstoff „BNT162b2“ weltweit.

Die britische Arzneimittelbehörde habe eine Notfallzulassung genehmigt, sagte Hancock. Die Auslieferung solle umgehend beginnen. Biontech und Pfizer haben mit Großbritannien eine Lieferung von insgesamt 40 Millionen Impfstoffdosen für Dezember und im kommenden Jahr getroffen.

Die ersten 800.000 Corona-Impfstoffdosen sollen bereits in der kommenden Woche zur Verfügung stehen. „Zu Wochenbeginn werden wir das Impfprogramm gegen Covid-19 hier in diesem Land starten“, sagte Hancock dem Nachrichtensender Sky News in London.

Hancock sieht Großbritannien wegen des EU-Austritts bei der Impfstoffzulassung im Vorteil. Die britische Aufsichtsbehörde für Arzneimittel (MHRA) hatte am Mittwoch dem Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer eine Notfallzulassung erteilt.

Brexit hat Ablauf beschleunigt

„Wir waren in der Lage, eine Entscheidung zu treffen dank der britischen Aufsichtsbehörde, einer Weltklasse-Behörde, und mussten nicht das Tempo der Europäer gehen, die sich ein bisschen langsamer bewegen“, sagte Hancock dem Sender Times Radio am Mittwoch. Die Sicherheitschecks seien alle durchgeführt und die gleichen Prozesse durchlaufen worden.

„Aber wir waren wegen des Brexits in der Lage, den Ablauf zu beschleunigen“, so Hancock. Den Transport und die Lagerung des Vakzins bezeichnete Hancock als eine Herausforderung, denn das Mittel müsse bei minus 70 Grad gelagert werden.

Der Impfstoff des deutschen Biotech-Unternehmens und seines US-Partners Pfizer wird derzeit als eines der vielversprechendsten Mittel zur Eindämmung des Coronavirus gesehen. Weltweit sind inzwischen fast 1,5 Millionen Menschen gestorben, die positiv auf Corona getestet worden waren.

In den meisten Ländern der Welt steht noch kein Impfstoff für die breite Anwendung zur Verfügung. Unter anderem China und Russland impfen aber schon seit einiger Zeit bestimmte Bevölkerungsgruppen. Die italienische Regierung arbeitet an einem groß angelegten Impfplan, mit dem ab Ende Jänner Millionen von Italienern gegen das Coronavirus geimpft werden sollen. 202 Millionen Impfdosen will die Regierung im ersten Quartal 2021 zur Verfügung stellen, teilte der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza mit.

Biontech und Pfizer betonten, dass ihr Impfstoff auf Basis von Daten aus einer großen klinischen Studie mit Zehntausenden Probanden zugelassen wurde.

apa