Dienstag, 25. Dezember 2018

Britisch-iranischer Professor aus Gefängnis im Iran entlassen

Der britisch-iranische Universitätsprofessor und Friedensaktivist Abbas Edalat ist nach acht Monaten Haft im Iran aus dem Gefängnis entlassen worden. Das bestätigte eine Sprecherin des britischen Außenministeriums am Dienstag in London.

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Dem Professor für Computerwissenschaft und Mathematik vom Imperial College in London war Spionage vorgeworfen worden. Im Iran wollte er im vergangenen April an einer wissenschaftlichen Tagung teilnehmen. Am 15. April wurde Edalat in seiner Wohnung in Teheran von den Revolutionsgarden festgenommen und ihm Mitgliedschaft in einem „mit Großbritannien verbundenen Infiltrationsnetzwerk“ vorgeworfen.

Der Professor sei bereits in Großbritannien, teilte die Kampagne gegen Sanktionen und Militärintervention im Iran (CASMII) in London mit. Sie war von Edalat gegründet worden. Die Gruppe sprach von „Desinformationen und Missverständnissen“, die zur Festnahme des Aktivisten geführt hätten.

Das Verhältnis Teherans und Londons ist historisch schwierig. Seit Jahren stehen Iraner mit doppelter Staatsangehörigkeit, die direkt oder indirekt mit politischen, wirtschaftlichen oder medialen Institutionen im Ausland zu tun haben, im Fokus der iranischen Justiz.

Im Iran gilt die Nationalität des Vaters, und die doppelte Staatsangehörigkeit hat im iranischen Rechtssystem keine Bedeutung.

Betroffen davon ist auch Nazanin Zaghari-Ratcliffe aus Großbritannien. Die Mutter einer kleinen Tochter und Projektmanagerin für die Thomson Reuters Stiftung wurde im April 2016 nach einem Familienbesuch im Iran verhaftet und der Zusammenarbeit mit westlichen Geheimdiensten beschuldigt.

Unter dem Vorwurf der Beteiligung an den Protesten gegen die Präsidentschaftswahl 2009 wurde sie zu fünf Jahren Haft verurteilt. Der britische Außenminister Jeremy Hunt twitterte zu Weihnachten: „Lasst uns an all jene denken, die unschuldig im Gefängnis sitzen, so wie Nazanin Zaghari-Ratcliffe.“

dpa

stol