In der Nacht auf Samstag gegen 1 Uhr ist ein offensichtlich alkoholisierter Mann vom Rettungsdienst des Weißen Kreuzes in die Notaufnahme des Brixner Krankenhauses eingeliefert worden. Dort kümmerten sich 2 Ärzte und 2 Krankenpfleger um den Patienten bzw. sie versuchten es. Als sie ihn ärztlich versorgen wollten, rastete der Mann nämlich aus und wurde aggressiv. <BR /><BR />Ärzte und Pfleger versuchten, den Betrunkenen zu beruhigen und ihn zur Vernunft zu bringen, doch vergeblich. Der Patient soll immer mehr in Rage geraten sein und begonnen haben, heftig um sich zu treten und zu schlagen. <BR /><BR />Eine Krankenpflegerin wurde von einem dieser Schläge – angeblich mit dem Ellenbogen – so heftig getroffen, dass sie erheblich im Gesicht verletzt wurde. Sie erlitt eine stark blutende Wunde an der Lippe, außerdem wurde ein Zahn beschädigt. Die Heilungsdauer für die Verletzungen wurde mit 4 Wochen angegeben. <BR /><BR />Doch nicht nur körperliche, sondern auch verbale Gewalt war im Spiel: Der Patient soll das Krankenhauspersonal auch wüst beschimpft haben.<h3> Reaktionen</h3>Die Spitalsärzte-Gewerkschaft zeigt sich besorgt über diesen weiteren Fall von Gewalt gegen das Sanitätspersonal in Südtirol. Der Vorfall zeige einmal mehr, dass stärkere Sicherheitsmaßnahmen in Südtirols Krankenhäusern notwendig seien, so der Appell der Gewerkschaft. Gefordert werden sowohl der verstärkte Einsatz von Sicherheitsdiensten als auch klare Leitlinien für den Umgang mit aggressiven Patienten.<BR /><BR />„Das ist wichtig für die Sicherheit der Patienten selbst, die in diesen Situationen hilfsbedürftig sind, und vor allem für den Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, so die Gewerkschaft.<BR /><BR />Die Direktorin des Gesundheitsbezirks Brixen, Elisabeth Montel, reagiert mit Bedauern auf der Vorfall in der Notaufnahme. „Ich bedauere, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter körperlich und verbal angegriffen wurden“, meint sie. Zu jenem Zeitpunkt sei – wie immer nachts an den Wochenenden – ein bewaffneter Wachdienst im Krankenhaus vor Ort gewesen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1109202_image" /></div> „Er ist hinzugerufen worden, aber es hat sich gezeigt, dass es trotz des Wachdienstes keine hundertprozentige Sicherheit gibt“, stellt <b>Elisabeth Montel</b> (im Bild) fest. Der tätliche Angriff wurde den Justizbehörden gemeldet. Dem betroffenen Personal wurde psychologische Unterstützung angeboten. <BR />Gemeinsam mit den direkt Involvierten habe man den Vorfall genau analysiert, und zwar mit dem Ziel, Maßnahmen zu treffen, um derartige Übergriffe in Zukunft verhindern zu können.