Donnerstag, 16. Februar 2017

Brüder entsorgen Müll in Fluss – Beschlagnahme in Südtirol

Müll gruben sie ein, flüssigen Abfall leiteten sie in Flüsse: Brüder aus Kampanien sollen über Jahre Müll illegal entsorgt haben. Mittlerweile wurden die beiden in zwei Instanzen verurteilt, Besitztümer im Wert von 200 Millionen Euro beschlagnahmt – auch in Südtirol.

Die Finanzwache beschlagnahmte diverse Güter im Besitz der Brüder Pellini - auch in Südtirol, berichten italienische Medien.
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Die Finanzwache beschlagnahmte diverse Güter im Besitz der Brüder Pellini - auch in Südtirol, berichten italienische Medien. - Foto: © LaPresse

Die Brüder Pellini aus Acerra, einer kleinen Stadt in Kampanien, sollen sich über Jahre hinweg der illegalen Müllentsorgung schuldig gemacht haben. In den Provinzen Neapel und Caserta sollen die beiden über ihre Firma „Pellini“ entweder Müll im Erdbereich eingegraben oder in Flüsse und Bäche geleitet haben.

Müll, der, einem Bericht der „Repubblica“ zufolge, eigentlich als Industriemüll aus dem Norden Italiens einzustufen gewesen wäre, doch im Laufe seiner „Verarbeitung“ als „nicht gefährlich“ oder gar als „Kompost“ eingestuft und auf diverse Felder im Süden des Staates verteilt worden sein soll. Eine kriminelle Tätigkeit, die für die Brüder zum Geschäft geworden sein soll, mit dem sich angeblich ordentlich Geld verdienen ließ. Die Pellinis wurden bereits in zwei Instanzen für ihre Vergehen verurteilt.

Beschlagnahme in Südtirol

Dieser Tage beschlagnahmte die Finanzwache zudem verschiedene Besitztümer der Brüder. 250 Gebäude, 68 Gründe, 50 Fahrzeuge, drei Helikopter und über 49 Bankkonten wurden sichergestellt – und dies in den Provinzen Rom, Salerno, Latina, Cosenza und Bozen. Das Vermögen soll aus der Tätigkeit der illegalen Müllentsorgung stammen und insgesamt rund 200 Millionen Euro wert sein, berichten italienische Medien. Was die Beschlagnahme in Südtirol anbelangt, so liegen aktuell keine detaillierteren Informationen vor.

Die Brüder Pellini haben indessen Berufung gegen das Urteil des Oberlandesgerichts eingereicht. Der Fall beschäftigt nun den Kassationsgerichtshof.

stol

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